Die Verwandlung

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Die Verwandlung

Die Verwandlung

Yupag Chinasky

Das würde er auch heute tun und er müsste nun so langsam anfangen, Amy in seinen Plan einzuweihen und ihre Zustimmung erfragen. Nach dem Ereignis in dem Wäldchen ging er davon aus, dass sie ein Zimmer mit ihm teilen würde, aber so ganz sicher war sich doch nicht. Immerhin hatte er sie ganz schön beschimpft und abgeschreckt und ihr klar gemacht, dass er nichts von ihr wolle, wenn sie so bliebe, wie sie war. Um sicherzugehen, wollte er erst einmal ihre Bereitschaft testen. Als sie die nächste größere Ortschaft erreichten, eine kleine, gesichtslose Kleinstadt, aber immerhin mit gleich zwei Motels am Stadtrand, hielt er vor dem einen, das ihm etwas besser vorkam, an und wandte sich seiner Begleiterin zu. Er wolle für heute Schluss machen, er sei lange genug gefahren und sei jetzt müde, er hätte einfach keine Lust mehr, weiterzufahren. Sie könne ja versuchen, ein anderes Auto anzuhalten, um vielleicht doch noch heute zu ihrer Tante zu kommen. Sie reagierte so, wie er es gehofft hatte. Sie sah ihn erst ungläubig, dann sehr traurig mit ihren großen Rehaugen an und dann rannen sogar ein paar Tränen über ihre Wangen. Sie sagte aber nichts und bettelte nicht so, wie an der Tankstelle, aber ihr Verhalten zeigte ihm klar und deutlich, ihr lag es sehr daran, bleiben zu dürfen und am nächsten Tag weiter mitgenommen zu werden. Vermutlich hatte sie seine Ablehnung sehr ernst genommen und glaubte nun, dass er sie loswerden wolle. Ob sie ihre Tante anrufen wolle, sie könne sein Handy haben, setzte er sein etwas fieses Spielchen fort, denn eins war klar, wenn sie nicht bleiben wollte, wäre er sehr enttäuscht. Sie schüttelte den Kopf. Der Tante sei es sicher recht, wenn sie heute noch nicht käme. Sie sei sich gar nicht einmal sicher, ob sie überhaupt willkommen sei. Sie habe sie nicht einmal informiert, dass sie auf dem Weg zu ihr sei, sie wollte sie eigentlich überraschen und das könnte sie auch noch am nächsten oder übernächsten Tag.

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Bittersüß

schreibt Thunders

Mich berührt diese schöne Geschichte. Die Beziehung zwischen der jungen Amy und dem reifen Erzähler hat etwas Besonderes. Der traurige Schluss passt zum realistischen Stil. Ich weiß, wie schwer es ist, seine Leser emotional zu erreichen. Dies ist mit dieser Geschichte gelungen! Gruß von Andreas (Thunders)

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