Die Verwandlung

33 49-75 Minuten 1 Kommentar
Die Verwandlung

Die Verwandlung

Yupag Chinasky

Sie schwieg, er reagierte nicht. Dann war aber ihre Angst, allein gelassen zu werden, größer als die vor einer neuerlichen Ablehnung. «What shall I do now?», flüsterte sie leise und sah ihn traurig an. Er spielte noch ein Weilchen den unnachgiebigen Macho, ja er weidete sich fast an ihrer Angst, nur, um dann in einem noch besseren Licht als ihr Helfer und Retter dazustehen, denn er wollte keinesfalls, dass sie ihn verließe. Und so gab er scheinbar nach und erläuterte ihr seinen Plan.

Sie wisse ja selbst, begann er vorsichtig, dass sie dringend ein Bad brauche und nicht nur das, ihre Kleider seien eine Zumutung, die würden sicher auch stinken und müssten gewaschen werden. Er würde ihr anbieten, eine Nacht in diesem Motel zu bezahlen, Zimmer gäbe es ja noch genügend, es stünden nur zwei Autos im Hof. Er machte eine Pause und beobachtete das Mädchen. Sie schaute ihn erwartungsvoll an, sagte aber nichts. Er räusperte sich, dann fuhr er fort. Sie könne auch, wenn sie wolle und nichts gegen ihn habe, also, sie könne auch bei ihm im Zimmer übernachten. Nach seiner Erfahrung seien die Zimmer in den Motels immer groß und Betten gäbe es genügend. So könnten sie sich einen Zimmerpreis sparen und dafür, wieder eine Kunstpause, könne er ihr ja morgen ein paar neue Sachen zum Anziehen kaufen. Aber nur unter einer Bedingung fuhr er rasch fort und sah sie unverwandt an. Die Bedingung sei, dass sie sich gründlich duschen oder baden müsse, bevor er auch nur daran denken würde, mit ihr ein Zimmer eine Nacht lang zu teilen. Amys Mine hellte sich schlagartig auf, wahrscheinlich hatte sie erwartet, dass er Forderungen hinsichtlich ihrer Sexbereitschaft stellen würde, sie vielleicht gar zu perversen Handlungen verpflichten wolle. Sie schaute ihn fröhlich an und sagte, das sei ja wunderbar und sie würde alles, aber auch alles tun, was er wollte.

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Bittersüß

schreibt Thunders

Mich berührt diese schöne Geschichte. Die Beziehung zwischen der jungen Amy und dem reifen Erzähler hat etwas Besonderes. Der traurige Schluss passt zum realistischen Stil. Ich weiß, wie schwer es ist, seine Leser emotional zu erreichen. Dies ist mit dieser Geschichte gelungen! Gruß von Andreas (Thunders)

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