Er hatte Spaß an ihrer kindlichen Freude, erkundigte sich aber zwischendurch, ob man hier seine Kreditkarte akzeptierte. Man tat es und so sagte er zu Amy, sie könne sich aussuchen, was sie wolle, wichtig sei, dass es ihr gefalle und dass sie glücklich sei. Sie sei sogar sehr glücklich, versicherte sie, und gab ihm als Beweis einen langen, höchst erotischen Kuss in seinen Mund, der sicher in der Lage gewesen wäre, einen Scheintoten zu erwecken. Zum Glück war zu dieser frühen Stunde noch kaum Kundschaft in dem Laden und das Personal war sehr zurückhaltend. Beratung war hier ein Fremdwort und nur an der Kasse saß ein junges Mädchen, das aber vor allem mit einer Comiczeitschrift beschäftigt war. Als es nichts Neues mehr gab, was Amy anprobieren wollte, hatte sich ein kleiner Berg an Kleidungsstücken vor der Umkleidekabine angehäuft, dazu sollten noch Schuhe, Kosmetika und ein paar einfache Schmuckstücke kommen, das alles gab es in diesem Laden und auch eine Tasche aus Plastik, die zwar für seinen Geschmack sehr hässlich, aber groß genug war, um all die Schätze zu verstauen.
Amy wollte nun unbedingt zurück in das Motel, um all ihre Schätze, all ihre Träume an- und auszuprobieren und um sich für das Mittagessen fein zu machen, wie sie es ausdrückte. Sie war dann auch eine ganze Weile damit beschäftigt und er hatte das Vergnügen, sie nicht nur beim An- und Ausziehen zu beobachten, diesmal ganz ohne Kabine mit Vorhang, dafür mit direktem Sichtkontakt, nein, er hatte noch viel mehr Vergnügen, weil sie nichts dagegen hatte, dass er sie nahezu pausenlos fotografierte. Dies bereitete ihm deswegen eine große Freude, weil nun ein weiterer, lang gehegter und nie realisierter Traum in Erfüllung ging. Vielleicht ist es ein Grundbedürfnis für Männer, Frauen beim An- und Ausziehen zu beobachten, sie dabei sogar zu fotografieren oder zu filmen, blieb aber wohl nur den Profis vorbehalten, in der Modebranche arbeiteten.
Die Verwandlung
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Die Verwandlung
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Bittersüß
schreibt Thunders