Die Verwandlung

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Die Verwandlung

Die Verwandlung

Yupag Chinasky

Dann saßen sie in dem kleinen Lokal und bestellten zwei verschiedene Gerichte und bekamen jeweils ganz ordentliche Portionen serviert, Mischungen aus Schweine- und Hühnerfleisch mit viel Gemüse und Pilzen, dazu reichlich Soße und viel Reis. Aber während es ihm durchaus schmeckte, natürlich nicht so, wie in China, wo er auch schon gegessen hatte, wie er etwas angeberisch prahlte, war Amy weniger begeistert. Der Grund war, dass sie sich gleich zu Anfang den Mund mit der roten Chilipaste gehörig verbrannt hatte. Sie hatte auf den ersten Löffel, den sie in den Mund steckte, sie aß weder mit einer Gabel noch gar mit Stäbchen, Reis und süß-saures Schweinefleisch gehäuft und darüber sehr großzügig diese schöne, rote Paste verteilt. Noch ehe er sie darauf hinweisen konnte, dass das nicht so gut sei, hatte sie den Löffel mit Inhalt in den Mund gesteckt. Daraufhin war sie richtig blass geworden, soweit man das bei ihrer dunklen Hautfarbe sagen konnte, und hatte ihr Gesicht fürchterlich verzogen. Tränen traten ihr in die Augen und sie trank schnell ein ganzes Glas Wasser leer, keuchte, atmete schwer und würgte. Der Schock hielt aber nicht lange an und sie aß tapfer weiter vermied aber die rote Paste und nahm auch keine Sojasoße, obwohl er ihr diese empfahl, sie würde chinesischen Gerichten erst den richtigen Geschmack geben. Sie behauptete außerdem steif und fest, dass es ihr gut schmecken würde, obwohl er diesen Eindruck rein gar nicht hatte, bis auf den Nachtisch, irgendeine bunte Creme, die ihr so gut schmeckte, dass sie auch seine Portion aufaß.

Nach dem Essen fuhren sie in der Gegend herum, ohne ein konkretes Ziel zu haben. Die Landschaft war flach und ziemlich langweilig, es gab viele Felder, ab und zu ein paar Kühe, hier ein kleiner Fluss, dort ein kleiner Hügel. Sie durchquerten ein paar Ortschaften, die viel kleiner und langweiliger waren, als die, in der ihr Motel war.

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Bittersüß

schreibt Thunders

Mich berührt diese schöne Geschichte. Die Beziehung zwischen der jungen Amy und dem reifen Erzähler hat etwas Besonderes. Der traurige Schluss passt zum realistischen Stil. Ich weiß, wie schwer es ist, seine Leser emotional zu erreichen. Dies ist mit dieser Geschichte gelungen! Gruß von Andreas (Thunders)

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