Die Verwandlung

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Die Verwandlung

Die Verwandlung

Yupag Chinasky

Nachdem sie sich frisch gemacht hatten, fuhren sie in dasselbe Restaurant und bekamen ein üppiges Frühstück serviert. Es war wieder erstaunlich, welche Mengen an Brot und Eiern, an Früchten und Kaffee das Mädchen vertrug, während er immer noch von dem großen Steak des Vorabends satt war und nur wenig aß. Sie beschlossen, den Tag hier zu verbringen und erst am nächsten Tag weiterzufahren. Er scheute sich ihr zu sagen, dass er an diesem Tag noch bis zum Flughafen müsse und dass am Abend sein Rückflug stattfinden würde. Er scheute sich, weil er den Zauber, der sich mittlerweile eingestellt hatte, nicht zerstören wollte oder weil er Angst hatte, dass sie enttäuscht und dadurch zurückhaltender werden könnte. Er versprach ihr aber auch nicht, sie auf jeden Fall bis zu ihrer Tante zu bringen, weil die Stadt, wo sie lebte, nicht auf dem Weg lag, den er nehmen musste. Er sagte nur vage, dass am nächsten Tag noch genug Zeit sei, über die Einzelheiten nachzudenken. Während er beobachtete, mit welcher Wonne sie ihr Frühstück regelrecht verschlang, wiederholte er seinen Vorschlag, sie mit neuen Kleidern auszustatten, die alten seien eine Zumutung und reif für die Mülltonne. Selbstverständlich nahm sie sein Angebot begeistert auf, und noch während sie aß, erkundigte er sich nach einem Laden mit Kleidern und Schuhen und all den Sachen, die eine schöne Frau unbedingt brauchte. Sie mussten ein Stück fahren und die Auswahl in dem Geschäft war nicht gerade überwältigend, aber sie fanden alles, was Amy brauchte. Sie war restlos glücklich und probierte verschiedene Kleidungsstücke, Röcke, Hosen, Blusen, T-Shirts und auch diverse Artikel an Unterwäsche an. Immer, wenn sie etwas Neues anhatte, musste er den Kopf in die Umkleidekabine strecken und ihr sagen, ob es ihr stand, ob es ihm gefiel, ob sie es nehmen solle und ob er es wirklich für sie kaufen würde. Er hatte Spaß an ihrer kindlichen Freude, erkundigte sich aber zwischendurch, ob man hier seine Kreditkarte akzeptierte. Man tat es und so sagte er zu Amy, sie könne sich aussuchen, was sie wolle, wichtig sei, dass es ihr gefalle und dass sie glücklich sei. Sie sei sogar sehr glücklich, versicherte sie, und gab ihm als Beweis einen langen, höchst erotischen Kuss in seinen Mund, der sicher in der Lage gewesen wäre, einen Scheintoten zu erwecken. Zum Glück war zu dieser frühen Stunde noch kaum Kundschaft in dem Laden und das Personal war sehr zurückhaltend. Beratung war hier ein Fremdwort und nur an der Kasse saß ein junges Mädchen, das aber vor allem mit einer Comiczeitschrift beschäftigt war. Als es nichts Neues mehr gab, was Amy anprobieren wollte, hatte sich ein kleiner Berg an Kleidungsstücken vor der Umkleidekabine angehäuft, dazu sollten noch Schuhe, Kosmetika und ein paar einfache Schmuckstücke kommen, das alles gab es in diesem Laden und auch eine Tasche aus Plastik, die zwar für seinen Geschmack sehr hässlich, aber groß  genug war, um all die Schätze zu verstauen.

Amy wollte nun unbedingt zurück in das Motel, um all ihre Schätze, all ihre Träume an- und auszuprobieren und um sich für das Mittagessen fein zu machen, wie sie es ausdrückte. Sie war dann auch eine ganze Weile damit beschäftigt und er hatte das Vergnügen, sie nicht nur beim An- und Ausziehen zu beobachten, diesmal ganz ohne Kabine mit Vorhang, dafür mit direktem Sichtkontakt, nein, er hatte noch viel mehr Vergnügen, weil sie nichts dagegen hatte, dass er sie nahezu pausenlos fotografierte. Dies bereitete ihm deswegen eine große Freude, weil nun ein weiterer, lang gehegter und nie realisierter Traum in Erfüllung ging. Vielleicht ist es ein Grundbedürfnis für Männer, Frauen beim An- und Ausziehen zu beobachten, sie dabei sogar zu fotografieren oder zu filmen, blieb aber wohl nur den Profis vorbehalten, in der Modebranche arbeiteten. Er war jedenfalls glücklich und hielt alle möglichen Kombinationen der verschiedenen Kleidungsstücke in seinen Bildern fest. Amy spielte eifrig mit, realisiere allerlei Einfälle, obwohl sie ja so viele Sachen gar nicht hatte, aber wenn man sich einen Slip über den Kopf zieht oder den BH als Mütze umfunktioniert, kommen schon einige Varianten zustande. Am meisten begeisterte ihn aber, dass sie sich auch völlig nackt ausgiebig fotografieren ließ und auch ohne Assessoires einen großen Einfallsreichtum an Köpersprachen und Gesichtsausdrücken beherrschte. Aber nicht nur das, sie forderte ihn sogar direkt auf, alles, aber auch alles, was er wollte, alle Teile ihres Körpers, auch die intimsten, ausgiebig aufzunehmen. Sie merkte wohl, dass sie ihm damit eine große Freude machte und dass sie auf diese Weise seine Geschenke ein wenig kompensieren konnte. Sie war das perfekte, superschlanke Fotomodell und es störte ihn mittlerweile gar nicht mehr, dass ihr Gesicht nicht ganz das hielt, was der Körper versprach. Aber sie war auch nicht hässlich, und nachdem ihre Haare wieder schön locker waren, voller natürlicher Locken, aber ohne Dreck und Filz, sah sie sogar ganz gut aus. Sie war auf jeden Fall keine süßliche Schönheit, sondern trotz ihrer Jugend eine markante Persönlichkeit mit einer gewissen Ausstrahlung. Sie war tatsächlich schon 18, er hatte schon beim Abendessen darauf bestanden, ihren Ausweis zu sehen, weil er vermeiden wollte, irgendwelche Probleme wegen ihres Alters zu bekommen. Schließlich hätte er bei Weitem ihr Vater sein können und das hätte den einen oder anderen sittenstrengen Menschen vielleicht gestört und Kontakt mit der Polizei oder gar eine Anklage wegen Verführung von Minderjährigen war das Letzte, was er sich wünschte. Sie hatte laut gelacht, als er ihr das gesagt hatte, kramte dann aber den Ausweis der Schulbücherei aus einer Art Portemonnaie und er war beruhigt. Sie war zwar erst seit ein paar Wochen volljährig, aber immerhin hatte ihre Aussage gestimmt.

Zwischen Umkleiden und Fotografieren tauschten sie heiße Küsse aus und umarmten sich oft, vögelten aber nicht. Das wollte er sich, seine Grenzen sehr wohl kennend, für die Nacht aufheben. Und Amy war vielleicht ganz froh, weil sie sich voll ihrem neuen Glück widmen konnte. Nachdem sie die beste Kombination für den Nachmittag gefunden hatte, einen kurzen dunkelblauen Rock, der ihre Oberschenkel gerade mal zur Hälfte bedeckte und eine weiße Bluse, deren Knöpfe sie weitgehend offen ließ, um so auf ihren kleinen, aber durchaus vorhanden Busen hinzuweisen. Da sie wieder keinen BH trug, obwohl sie sich sogar zwei gekauft hatte, hoben sich ihre großen Brustwarzen, die ständig erregt zu sein schienen, sehr deutlich auf dem weißen Stoff der Bluse ab und erzählten ein Geheimnis, das jedoch kaum eines war. Dazu zog sie weiße Socken und weiße Turnschuhe an und dann stand ein perfektes, sexy Schulmädchen vor ihm. Bevor sie damit begann sich ausgiebig zu schminken, sage sie ihm, sie würde nun ihr altes T-Shirt und die Shorts feierlich in den Mülleimer stecken und er müsste das in Bildern festhalten. Es sei das Ende ihres alten Lebens und jetzt begänne eine neuer Abschnitt. Er tat es gerne und überlegte sich kurz, ob sie die Sachen noch einmal anziehen sollte, sozusagen zur Dokumentation, verzichtete aber darauf, da er sie ja in ihrem alten Leben schon in dem Wäldchen ausgiebig fotografiert hatte. Das war erst gestern gewesen, aber es kam ihm schon wie eine kleine Ewigkeit vor, weil er es schon erfolgreich verdrängt hatte, denn es war ihm unangenehm, daran zu denken, wie sie in gutem Glauben, dankbar zu sein, sich an ihn herangemacht und wie saublöd er darauf reagiert hatte. Nachdem sie mit Schminken fertig war, sie hatte sich vor allem auf ihre Augen konzentriert, ihre Fingernägel bedurften  einer professionellen Behandlung und nachdem sie sich ausgiebig mit Parfüm bestäubt hatte, sie hatte genau auf diese Marke bestanden, obwohl er gesagt hatte, es würde nicht zu ihr passen, war sie bereit zum Mittagessen und auch schon wieder mächtig hungrig, wie sie glaubhaft versicherte.

Die Auswahl an Lokalen im Ort war begrenzt, aber es gab da noch ein asiatisches Lokal, das laut Internet eine Auswahl von hervorragenden chinesischen, thailändischen und pseudoasiatischen Gerichten gemäß dem neuesten Trend der sogenannten fusion kitchen anbot. Als Amy wissen wollte, was das sei, erklärte er ihr, es sei der Versuch Hamburger und Sushi zu kombinieren. Bevor sie sich aber zum Mittagessen aufmachten, suchte sie noch ein Nagelstudio auf. Eine junge, asiatisch aussehende Frau verpasste Amy wunderschöne, neue Fingernägel, voller kleiner phantastischer Motive waren. Ihr gefiel das sehr, ihm erschienen das Ganze aber zu aufdringlich. Das sagte er ihr aber nicht, im Gegenteil, er lobte ihre Wahl und sie strahlte um so mehr. Nach den Fingernägeln kamen auch noch die Fußnägel an die Reihe und auch diese erstrahlten schon nach kurzer Zeit in einem intensiven, ja geradezu aggressiven Rot, das aber perfekt zu der dunklen Farbe ihrer Füße und Beine passte. Einen Besuch bei dem benachbarten Friseur lehnte sie jedoch ab und gestand ihm, dass sie noch nie bei einem Friseur gewesen war. Ihre Mutter würde, wenn es nötig war, die Haare mit einer einfachen Schere kürzte. Im Übrigen könne man mit ihren afrikanischen Haaren gar nicht viel machen, man könne ihre Form und die vielen Locken einfach nicht verändern und von gefärbten Haaren würde sie nichts halten, jedenfalls nicht bei solchen. Die Haare seien immer noch kurz genug und außerdem frisch gewaschen, mehrfach sogar, und deswegen brauche sie keinen Friseur. Dann saßen sie in dem kleinen Lokal und bestellten zwei verschiedene Gerichte und bekamen jeweils ganz ordentliche Portionen serviert, Mischungen aus Schweine- und Hühnerfleisch mit viel Gemüse und Pilzen, dazu reichlich Soße und viel Reis. Aber während es ihm durchaus schmeckte, natürlich nicht so, wie in China, wo er auch schon gegessen hatte, wie er etwas angeberisch prahlte, war Amy weniger begeistert. Der Grund war, dass sie sich gleich zu Anfang den Mund mit der roten Chilipaste gehörig verbrannt hatte. Sie hatte auf den ersten Löffel, den sie in den Mund steckte, sie aß weder mit einer Gabel noch gar mit Stäbchen, Reis und süß-saures Schweinefleisch gehäuft und darüber sehr großzügig diese schöne, rote Paste verteilt. Noch ehe er sie darauf hinweisen konnte, dass das nicht so gut sei, hatte sie den Löffel mit Inhalt in den Mund gesteckt. Daraufhin war sie richtig blass geworden, soweit man das bei ihrer dunklen Hautfarbe sagen konnte, und hatte ihr Gesicht fürchterlich verzogen. Tränen traten ihr in die Augen und sie trank schnell ein ganzes Glas Wasser leer, keuchte, atmete schwer und würgte. Der Schock hielt aber nicht lange an und sie aß tapfer weiter vermied aber die rote Paste und nahm auch keine Sojasoße, obwohl er ihr diese empfahl, sie würde chinesischen Gerichten erst den richtigen Geschmack geben. Sie behauptete außerdem steif und fest, dass es ihr gut schmecken würde, obwohl er diesen Eindruck rein gar nicht hatte, bis auf den Nachtisch, irgendeine bunte Creme, die ihr so gut schmeckte, dass sie auch seine Portion aufaß.

Nach dem Essen fuhren sie in der Gegend herum, ohne ein konkretes Ziel zu haben. Die Landschaft war flach und ziemlich langweilig, es gab viele Felder, ab und zu ein paar Kühe, hier ein kleiner Fluss, dort ein kleiner Hügel. Sie durchquerten ein paar Ortschaften, die viel kleiner und langweiliger waren, als die, in der ihr Motel war. Ab und zu hielt er an und bat sie, für Fotos zu posieren. Das tat sie wie immer, sehr gerne und sehr gekonnt. An einer geschützten, abgelegenen Stelle, ähnlich dem Wäldchen des Vortags, wo das Risiko eines unerwünschten Besuchs sehr gering war, zog sie sich ohne Vorankündigung aus. Er war wieder einmal verblüfft, machte aber dann eine ganze Reihe wunderschöner Bilder von dieser jungen Frau, wie sie vor ein paar Bäumen posiert, sich im Gras räkelt oder mit der langweiligen Landschaft im Hintergrund. Er wieder begeistert und sagte ihr, dass sie Klasse sei und er es sehr zu schätzen wisse, was sie für ihn tat. Sie antwortete kokett, dass sie das nur für ihn täte, für einen anderen niemals, aber er sei so gut zu ihr und ihr würde alles gefallen, was er täte oder von ihr verlange. Und dann sagte sie noch etwas, was ihn glücklich und verlegen machte, sie sagte: «I love you really, believe mi, I do it.» Der Nachmittag war wieder sehr heiß und sie begannen zu schwitzen, es bildeten sich Flecken unter den Achseln, auf der Stirn erschienen Schweißtropfen und die Farben in ihrem Gesicht verwischten sich und zu dem Geruch ihres Parfüms und des frischen Dufts nach dem Bad, mischte sich nun wieder ein etwas strenger Geruch. Es war kein Wunder, dass sich beide nach einem kühlen, ruhigen Ort sehnten und er sich auch noch nach einem kühlen Bier. So war es nicht verwunderlich, dass sie bald wieder im Motel waren und hinter dem Haus sogar einen angenehmen, schattigen Platz fanden, auf den sie die Stühle aus ihrem Zimmer stellten.

Nun erzählte er ihr aus seinem Leben, Dinge, die ihm wichtig waren und ihn geprägt hatten. Er erzählte von seiner Frau, die er sehr liebte und die ihn nur schweren Herzens auf diese Reise hatte gehen lassen. Er zeigte ihr Bilder auf dem Handy von seinen Kindern und den kleinen Enkeln, die er zu ihrem großen Erstaunen auch schon besaß. Er erzählte von seinem früheren Beruf und seiner damaligen Arbeit, und dass er jetzt Rentner sei und sich voll und ganz und mit großem Eifer der Fotografie widmen könne, die schon immer sein Hobby gewesen und nun quasi sein Beruf sei. Dazu zeigte er ihr eine ganze Reihe von Bildern, die zu seinen besten gehörten und die er immer dabei hatte. Sie betrachtete sie aufmerksam und hörte die ganze Zeit konzentriert und interessiert zu. Sie stellte auch immer wieder Fragen, aus denen er entnahm, dass sie wirklich mitbekam, was er ihr sagte und dass sie ihr Interesse nicht nur heuchelte. Dann sprach sie auch noch über sich, ohne dass er sie dazu aufgefordert hatte. Es war ihr anscheinend ein Bedürfnis, ihm vor allem noch eine Sache mitzuteilen. Sie würde von ihren Eltern kaum Geld bekommen, das habe sie ihm ja schon gesagt und die Chance mit irgendwelchen kleinen Jobs etwas zu verdienen, sei auch gering, die Gegend hier sei für so etwas zu arm. Aber als junge Frau brauche sie nun mal Geld, sie brauche Kleider, er solle bloß nicht glauben, dass sie immer nun in diesen dreckigen Klamotten herumlaufen würde, sie brauche Seife und Parfüm und Lippenstift, denn sie würde sich durchaus waschen und schminken und es seien nur die besonderen Umstände gewesen, weshalb sie ausgerecht da so dreckig war, als sie sich begegneten. Also, fuhr sie fort, was bleibt einer jungen Frauen schon anderes übrig, wenn sie an Geld kommen will, als anzuschaffen, als ihren Körper zu verkaufen, etwas anderes hätte sie ja nicht. Solange man jung und attraktiv ist, sei das kein Problem, es gäbe genug Männer, die sie ganz ordentlich bezahlten. Sie täte es aber ungern und selten und auch nicht mit allen, nur mit solchen, die ihr sympathisch seien. Leider habe sie aber in letzter Zeit niemanden dieser Art getroffen, deswegen sei sie so knapp bei Kasse. Während sie das erzählte, begann sie sich immer mehr aufzuregen. Sie habe zum Glück auch noch keine schlechte Erfahrung mit den Männern gemacht, sie wurde noch nie von einem Freier geschlagen, obwohl das oft vorkomme, in ihrem Milieu sei Gewalt alltäglich, und sie sei auch noch nie gegen ihren Willen benutzt, noch nie vergewaltigt worden, obwohl das auch nur Glück sei, weil sie einige Mädchen kenne, denen das passiert sei, sogar von Brüdern und Freunden. Dann beendete sie abrupt ihre Ausführungen und fragte ihn ängstlich, was er jetzt von ihr dächte, ob er sie immer noch möge, nachdem er wisse, dass sie manchmal eine kleine Nutte sei, aber das seien ihre Schulfreundinnen auch, das sei üblich. Er beruhigte sie und versicherte ihr mehrfach, dass ihm das nichts ausmache, sie sei ein anständiger Mensch und sie müssen zusehen, wie sie über die Runden käme. In seinem tiefsten Inneren war er aber doch schockiert, ließ es sich jedoch nicht anmerken. Nun war ihm auch klar, woher sie all die Fertigkeiten und Erfahrungen im Bett hatte. Sie glaubte seinen Versicherungen und machte nun wieder einen ruhigen, entspannten, ja glücklichen Eindruck. Sie nahm seine Hand, hielt sie fest, drückte sie, sagte Danke und gab ihm völlig unvermittelt einen Kuss. Und sehr unvermittelt sagte sie auch, dass sie sich nichts Schöneres vorstellen könne, als immer mit ihm zusammen zu sein und ihn zu lieben, von jetzt bis in alle Ewigkeit. Sie drückte das so pathetisch aus, dass er lachen musste und meinte, schon nach ein paar Tagen würde sie vor Langeweile sterben und sich nach einem jungen Mann sehen und nicht länger mit so einem Alten, wie ihm, zusammen sein wollte. Sie wiedersprach heftig, er fühlte sich geschmeichelt und so beließ er es bei ihrem Widerspruch.

Auch der schönste Nachmittag endet irgendwann, spätestens, wenn sich die Sonne dem Horizont nähert. Sie verließen den schattigen Platz und Amy bestand darauf, sich noch einmal umzuziehen, sich noch einmal zu verwandeln und wieder machte er einige Aufnahmen, um diesen Prozess in allen Einzelheiten festzuhalten und jedes Detail ihres Körpers nach Hause mitzunehmen. Er war glücklich und auch sie schwelgte in dem kleinen Rausch, den materieller Besitz für kurze Zeit entfachen kann. Sie wählte für das Dinner ein kurzes, hellblaues Kleid, das ihre schmale Figur perfekt betonte und sie sehr attraktiv erscheinen ließ, dazu elegante rote Schuhe mit hohen Absätzen. Das Kleid war großzügig ausgeschnitten und man sah die Träger und die Ansätze der Körbchen eines minimalen, fast durchsichtigen roten BHs, mehr brauchte sie nicht und leider konnte auch dieses Kleidungsstück ihren Busen nicht vergrößern, und wenn er von oben in ihren Ausschnitt blickte, sah er fast nichts, aber auch das war in Ordnung, er hatte sich daran gewöhnt. Um den Hals trug sie eine Kette aus bunten Steinen und an den Armen mehrere Ringe aus ebenfalls bunten, geflochtenen Bändern. Wieder schminkte sie sich mit großer Sorgfalt, setzte aber andere Schwerpunkte, betonte ihre feminine Seite, indem sie ihren Mund grellrot anmalte. Sie fragte, ob ihm das gefalle und er nickte, denn der Kontrast zu der dunklen Haut war wieder genial und der Lippenstift entsprach weitgehend der Farbe ihrer High-heels. Während sie sich fertigmachte, beklagte sie, dass sie nicht mehr Rundungen habe, und fragte ihn besorgt, ob sie ihm auch so gefalle. Sie war sehr zufrieden, als er dies eilfertig bestätigte. Auch sie war zufrieden, weil diesmal ihre Fingernägel die richtige Form hatten. Am Ende des Verschönerungsprozesses bewunderte sie sich ausgiebig in dem Spiegel im Bad und war mit dem Resultat offensichtlich sehr zufrieden, denn sie summte nun fröhlich vor sich hin. Er lobte sie sehr für ihren Geschmack, sagte, dass sie wirklich schön und elegant aussehen würde, wie eine junge Dame vor ihrem ersten Ball. Er machte auch noch ein paar Bilder von ihr, diesmal auch vor dem Haus. Es war in der Tat eine deutliche Verwandlung, die mit dem Mädchen stattgefunden hatte. Gestern noch ein unscheinbarer, fast hässlicher, müffelnder Teenager in ausgeleierten, schmutzigen Klamotten, ein Mensch, den er eigentlich nur abstoßend fand. Heute dagegen eine gut aussehende junge Dame, die immer unwiderstehlicher auf ihn wirkte und der er am liebsten jetzt gleich das Kleid vom Leib gerissen hätte und die spärliche Unterwäsche dazu, um sie auf das breite Bett zu werfen und sich auf sie zu stürzen und sie zu lieben, zu lieben, zu lieben. Aber eine solche halbe Vergewaltigung hätte den Zauber zerstört, der sie mittlerweile umgab und ihre kunstvolle Bemalung beschädigt und sie vermutlich nur wütend statt glücklich gemacht. Er beherrschte sich und tröstete sich mit dem Gedanken, dass ihm die kommende Nacht all die Freuden bringen würde, die er sich als Mann nur wünschen konnte.

Sie fuhren noch einmal zu dem Steakrestaurant, und während sie genau dasselbe wie am Vortag bestellte, versuchte er diesmal die frische Leber, die als Tagesangebot auf einer schwarzen Tafel vermerkt war. Sie war wieder sehr zufrieden, er dagegen tat sich schwer, an Leber mit Mango, Süßkartoffeln und Broccoli Gefallen zu finden. Aber sein Hunger auf Nahrung war ohnehin nicht ausgeprägt, im Gegensatz zu all dem anderen Hunger, der ihn umtrieb und so hörte er bald auf zu essen und beobachtete, wie sie voller Inbrunst ein Stück Fleisch nach dem anderen von ihrem Steak abschnitt, mit brauner Soße aus der Flasche beträufelte, voller Behagen in den Mund steckte, lange und genussvoll kaute, um es schließlich mit eine paar Schlucken Cola hinunterzuspülen. Dann kamen ein paar Pommes an die Reihe, die ebenfalls mit Soße und Cola gleitfähig gemacht wurden. Sie schaute ihn dabei immer wieder vergnügt und dankbar an, und als sie alles aufgegessen hatte, fragte sie, ob sie auch noch die Leber haben könne, die zum größten Teil auf seinem Teller kalt geworden war. Dann war sie satt und verzichtete auf das Dessert, das er ihr noch vorschlug und auch er nahm kein Eis, weil er kein Eis mochte und mit dem Grad der Sättigung zufrieden war, obwohl er wieder nicht viel gegessen hatte. Dafür trank er noch ein Bier und danach einen Kaffee, während sie das x-te Cola bestellte. Er zog sie auf und sagte, dass er befürchte, sie würde eine Colavergiftung bekommen und ihr Magen würde sich zersetzen. Dann erzählte er ihr die alte Geschichte, dass ein rohes Stück Fleisch in ein Glas mit Cola gelegt, sich binnen eines Tages auflösen würde. Sie lachte nur und fragte, ob er Zigaretten habe. Er verneinte und erklärte in leichtem Oberlehrerton, dass Rauchen schädlich sei und er es schon vor vielen Jahren aufgegeben habe. Sie sagte nur, das sei schade, wobei ihm nicht klar war, ob sie damit seinen Rauchstopp meinte oder dass er keine hatte, bestand aber nicht darauf, dass er ihr welche kaufte, weil der das ganz offensichtlich nicht wollte. Sie waren auch ohne rauchen glücklich, allerdings doch nicht ganz befriedigt, denn ganz einvernehmlich, ohne Absprache, machten sie sich auf den Heimweg, als ob sie magnetisch von ihrem Motelzimmer angezogen würden. Unterwegs hielt er an, beide stiegen aus und betrachteten die Landschaft, die in der Nacht und im Schein des vollen Mondes, der halbhoch am Himmel stand, einen seltsamen Reiz ausstrahlte. In ihm stiegen romantische, sentimentale Gefühle auf, die er seit seiner frühen Jugend in dieser Intensität nicht mehr gespürt hatte. Er umarmte Amy und sie küssten sich. Sie hielt die Augen geschlossen und genoss es offensichtlich in seinen Armen zu liegen, während er es nicht lassen konnte, immer wieder die Küsse zu unterbrechen und sie voller Wärme anzuschauen. Nach einem besonders langen Kuss, der wie schon am Vortag in der Dusche in ihm einen halben Orgasmus hervorrief, schmiegte sie ihren Kopf an seine Brust und flüsterte, so glücklich sei sie noch nie in ihrem Leben gewesen und sie sei sich sicher, dass sie es auch nie wieder sein werde. Auch er sei sehr glücklich mit ihr, war seine Antwort, aber im Gegensatz zu ihm, sei sie blutjung und würde sicher noch viele dieser Glücksmomente in ihrem Leben genießen, während er für sich da nicht so sicher sei. Er sei ja durchaus glücklich verheiratet, aber in der Beziehung zu seiner Frau würden mittlerweile die platonischen Werte überwiegen. Sie verstand ihn nicht gleich und er erläuterte, dass sie keinen Sex mehr miteinander hätten. Das verstand sie und fand es sehr schade, weil Sex so wichtig sei und so viel Spaß machen würde. Sie bot ihm an, immer wenn er Sex brauche, zu ihr zu kommen, sie würde ihm alles geben, was er wolle und noch viel mehr. Er war gerührt und scherzte, so oft könne er die weite und teure Reise gar nicht machen, wie er sie benötigen würde und wenn er sie jedes Mal mit neuen Kleidern ausstatten müsse, wäre er bald ein armer Mann. Aber sie sage, durchaus ernsthaft, das sei eine Ausnahme gewesen und sie würde niemals, wirklich niemals von ihm Geld für ihre Liebe verlangen. Er war wieder sehr gerührt und musste kämpfen, dass nicht ein paar Tränen in ihm hochstiegen. Dann war auch dieses kurze, romantische Zwischenspiel beendet, sie fuhren zurück in das Motel und das Finale ihrer kurzen, aber höchst intensiven Beziehung stand bevor.

Im Motel angekommen, wollte Amy wieder duschen. Es sei ein so herrliches Gefühl und sie könnten ja dieses Mal zusammen duschen, das sei eine neue Erfahrung, die sie noch nie gemacht habe und bloß vom TV her kenne. Er war einverstanden und dann standen sie in der engen Kabine und umarmten sich, während das lauwarme Wasser über ihre Körper rann. Amy war fast so groß wie er und so konnten sie sich auf Augenhöhe gegenseitig einseifen und abwaschen, sich betasten und drücken und küssen und stöhnen und so einen höchst intensiven, höchst spannenden Akt der gemeinsamen Körperreinigung vollziehen. Sie trockneten sich wieder nur flüchtig ab und legten sich gleich auf das große Bett, um ihr ungestümes Liebesspiel fortzusetzen und kaum eine Variante, die sie kannten, auszulassen. Sie fuhren fort, sich gegenseitig zu küssen, sich zu streicheln, sich anzufassen, sich aneinander zu schmiegen, ja sogar sich mit Armen und Beinen festzuklammern. Aber trotz allen Ungestüms gingen sie langsam und vorsichtig zu Werke. Er, weil er wusste, dass seine Möglichkeiten begrenzt waren, ihr alle Freuden zu spenden, die sie brauchte, um eine volle Befriedigung zu erreichen. Er durfte sich nicht zu sehr und nicht vorzeitig verausgaben, um das Liebesspiel möglichst lange auszudehnen. Sie, weil sie wohl genau das ahnte und bedacht war, sie zu einem gemeinsamen Höhepunkt zu führen. Da er ein erfahrener Mann und sie eine rücksichtsvolle, aber ebenfalls bereits erfahrene junge Frau war, die genau wusste, dass sie von ihm nicht das erwarten konnte, was ihr ein Gleichaltriger geboten hätte, zögerten sie diesen Höhepunkt ihrer körperlichen Vereinigung so weit wie möglich hinaus. Sie nahm dieses Mal seinen Penis in den Mund, saugte aber nur sehr vorsichtig, koste ihn vielmehr mit Zunge und Lippen und schien ihn gar nicht mehr loslassen zu wollen. Es waren schöne kribbelnde Gefühle, die seinen Unterleib durchzogen, wie eine Armada höchst wohlgesonnener Ameisen. Nun lechzte er nach ihrer Muschi, wollte ihr das geben, was sie ihm gerade so reichlich gab und damit sie sich gleichzeitig oral stimulieren konnten, sagte er, sie sollten in die 69-Stellung übergehen. Amy verstand sofort, drehte sich um und stieg mit einem Bein über seinen Körper, sodass nun ihr Hintern sich direkt vor seinem Gesicht befand. Nun fuhr sie gemeinsam mit ihrer erregenden Tätigkeit fort und er versuchte die Gefühle, die sie an seinem Glied hervorrief, auch in dem dunklen Bereich ihrer Muschi zu erzeugen, in dem die hellrote Tür zum Paradies schon weit offen stand. Während sie beide intensiv arbeiteten, merkte er, wie sein Körper sich auflud und wie sich schon überraschend bald ein Orgasmus ankündete, erst sehr vage und fluktuierend, sodass er schon befürchtete, es würde doch nichts werden, dann aber doch ziemlich konstant und immer deutlicher und drängender. Als ihm klar war, dass er seinen Höhepunkt nicht weiter hinauszögern konnte, sagte er Amy, sie solle sich wieder umdrehen und auf den Rücken legen und ihre Beine schließen. Sie tat es, öffnete aber ihre Beine ganz breit, um ihm zu signalisieren, dass sie bereit sei, ihn zu empfangen. Er drückte sie aber wieder sanft zusammen, legte sich auf sie und drang mit seinem Glied ein. Sie begriff schnell, was er wollte und half mit ihrer Hand nach, damit er den rechten Weg fand. Schließlich umschlossen seine Beine die ihren und er drückte sie zusammen. Auf diese Weise erreichte er, dass sein Glied den Widerstand in ihrer Scheide bekam, den er brauchte, um den Orgasmus vollends zu erreichen. Während er jetzt selbst aktiv wurde und sein Becken rhythmisch auf und ab bewegte, stellte er sich vor, dass sie ihren Höhepunkt gleichzeitig erreichen könnte, dass quasi ein einziger Orgasmus sie beide packen und schütteln könnte, dass nun alles synchron und in voller Harmonie verlaufen müsste. Als er merkte, dass sie auch leicht zuckte und bebte und keuchte, war er sich sicher, auf dem rechten Weg zu sein. Er hörte sie schon rufen, er solle sie nehmen, er solle sie nicht verlassen, er solle ihr alles geben, was er habe und er glaubte zu fühlen, wie sie ihre langen Beine um seinen Rücken schlang und mit ihren schlanken Händen alles abtastete, was es abzutasten gab. Aber beides, ihre Rufe und ihre Umklammerung waren nur eine Einbildung, eine so schöne Einbildung, dass er vor lauter Glück aufschluchzte und zu diesem Augenblick sagen wollte, „verweile doch, du bist so schön“, wohl wissend, dass schon kurz danach alles vorbei sein würde. Aber noch war es gar nicht so weit, noch stand ihm der Höhepunkt bevor und dieser trat dann auch sogleich ein. Ein wilder Orgasmus durchpulste ihn, schüttelte ihn und sein Samen drang ungeschützt in sie ein. Er war glücklich, es war wieder so schön, wie am Vortag, es war noch einmal einer der Orgasmen, die er nie mehr in seinem Leben vergessen, geschweige denn noch einmal erreichen würde.

Noch während er sich entspannte, von ihrem Körper glitt und sich neben sie legte, merkte er, dass Amy noch gar nicht so weit war, dass sie noch mehr Zeit brauchte, um zu ihrem Höhepunkt zu kommen. Den sollte sie aber unbedingt erreichen, wenn nicht zusammen, dann eben kurz hintereinander und so wandte er sich ihr wieder zu und begann sie weiter mit seiner Hand und dann auch mit seinem Mund zu bearbeiten, sie weiter zu stimulieren, sie zu drängen, anzutreiben, aufzugeilen, aufzuputschen. Er merkte, wie sie Fahrt aufnahm, wie ihr Körper wieder zuckte, wie sie ihre Augen verdrehte, dass man nur noch das Weiß der Augäpfel sah, wie sie immer lauter stöhnte, ihr Becken bewegte, mit ihren Händen irgendeinen Teil seines Körpers suchte und drückte und daran zerrte. Als er gerade mit seinem Mund ihre Muschi heftig bearbeitete, mit seinen Lippen saugte, mit seiner Zunge in sie eindrang, bewegte sie besonders intensiv ihr Becken, hob es an, sodass er seinen Mund kaum noch auf dem Objekt seiner Begierde halten konnte und in diesem Moment höchster Anspannung, als sie nun mit Sicherheit auch einen Orgasmus hatte, spürte er, wie ihre Feuchtigkeit auf einmal schlagartig zunahm, wie dieser Orgasmus geradezu aus ihr herausströmte und das Bett benetzte. Amy stöhnte und zuckte noch ein paar Mal, dann beruhigte sie sich, und als sie wieder entspannt nebeneinanderlagen, gestand sie ihm, dass sie völlig weggetreten war, dass sie ihr Bewusstsein wohl für einen kurzen Moment völlig verloren hatte und dass dieser Moment, in dem sie außer Kontrolle war, sicher der schönste in ihrem bisherigen Leben gewesen war. Sie schaute ihn mit ihren Rehaugen dankbar an und fuhr dann in einem deutlich verlegenen Ton fort, sie wolle sich bei ihm entschuldigen. Als er nachfragte, wofür, antwortete sie erst nicht. Als er weiterbohrte und sagte, man brauche sich doch nicht für die Glücksmomente zu entschuldigen, die man erleben würde, wurde sie konkreter. Wie schon gesagt, habe sie die Kontrolle über ihren Körper total verloren, sei in einem Nichts versunken, in einem Meer des Glücks und da sei es eben passiert. Was denn fragte er, nun schon ein wenig ungeduldig. Da sei es eben passiert, dass sie ihr Pipi nicht mehr halten konnte, dass alle ihre Körpersäfte in dem Moment des höchsten Glücks aus ihrem Körper geströmt seien. Ob er es nicht gemerkt habe, ob es nicht unangenehm gewesen war, ob er sich nicht genauso vor ihr geekelt habe, wie an der Tankstelle. Er war von ihrem Geständnis überrascht, aber weit davon entfernt, ihr einen Vorwurf zu machen. Ja, er habe gemerkt, wie ihre Feuchtigkeit schlagartig zugenommen habe, als sie sich in voller Ekstase wie wild verkrampft hatte, aber er habe nicht an Pipi gedacht, sondern nur, dass sie voll mit aufgestauten Flüssigkeiten war, die sich gelöste hatten. Aber, beruhigte er sie, selbst jetzt, da sie ihm das gesagt habe, würde es ihm nichts ausmachen und er würde sich auf keinen Fall vor ihr ekeln. Ekeln, das war einmal, das sei Vergangenheit. Jetzt seien sie ein echtes Liebespaar und da könne nichts, aber auch gar nichts ekelig sein. Sie war sehr dankbar, murmelte, dass sie ihn unendlich liebe, schloss die Augen und suchte nach seiner Hand. Diesmal aber nur, um sie festzuhalten, weil sie genau wusste, dass dieses Erlebnis einmalig war und man es nicht noch einmal erzwingen konnte.

Während Amy bald darauf seine Hand losließ, sich auf die Seite drehte, wie eine Katze zusammenrollte und einschlief und ihr regelmäßiger Atem zeigte, dass sie schon rasch den Tiefschlaf erreicht hatte, blieb er wach. Er war zu aufgewühlt und gerade dieses letzte Geständnis hatte ihn sehr berührt. Er konnte es nun nicht mehr leugnen, er hatte sich in dieses junge Mädchen verliebt. Eine hoffnungslose Liebe, die schon am nächsten Tag enden würde, weil er sie verlassen und zum Flughafen fahren müsste. Sie würden sich tränenüberströmt trennen, sowohl er als auch sie würden heftig weinen, stellte er sich vor, und sie würden sich wie auf einer Flucht trennen, mit der großen Angst, sich nie mehr wiederzusehen. Dieser Gedanke bereitete ihm große Pein und er überlegte, wie er solch einen schmerzensreichen Abschied vermeiden konnte. Er ließ die kurze Begegnung mit Amy noch einmal Revue passieren und war sich sicher, dass er ein solches Erlebnis nie wieder in seinem Leben haben würde und er glaubte auch, dass sie ihn sehr mochte. Das machte ihn ein wenig traurig, aber er war rational genug, um zu wissen, dass es Dinge im Leben gab, die tatsächlich einmalig waren und sich nicht wiederholten. Und in diesem Moment, als er ihren regelmäßigen Atem hörte und seine Hand, die er nach ihr ausstreckte, ihre warme Haut fühlte, fasste er einen Entschluss, um den Abschiedsschmerz drastisch zu verkürzen, ja gar nicht erst aufkommen zu lassen. Zugleich wollte er die Illusionen, die in ihm und vielleicht auch in ihr entstanden waren und sicher ohne Erfüllung bleiben würden, erst gar nicht weiter aufkeimen lassen. Es würde ein herber Schnitt sein und für sie sicher auch eine große Enttäuschung, aber es musste sein und so tat er es dann auch.

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Bittersüß

schreibt Thunders

Mich berührt diese schöne Geschichte. Die Beziehung zwischen der jungen Amy und dem reifen Erzähler hat etwas Besonderes. Der traurige Schluss passt zum realistischen Stil. Ich weiß, wie schwer es ist, seine Leser emotional zu erreichen. Dies ist mit dieser Geschichte gelungen! Gruß von Andreas (Thunders)

Gedichte auf den Leib geschrieben