Die Verwandlung

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Die Verwandlung

Die Verwandlung

Yupag Chinasky

Er legte sich auf das Bett, öffnete eine Dose und genoss das kalte Bier und die Gewissheit, nicht mehr länger auf der staubigen Landstraße fahren zu müssen. Noch mehr gefiel ihm aber die Aussicht, dass Amy mit ihm die Nacht verbringen würde. Die ganze Zeit während seines Aufenthalts war er allein gewesen. An den Tagen beschäftigt mit dem Suchen von Motiven und für die Nächte hatte sich nie eine Gelegenheit für eine weibliche Gesellschaft geboten. Er hatte allein gegessen, allenfalls mit der Bedienung geschäkert, war manchmal noch zu einem einsamen Spaziergang aufgebrochen und genauso einsam zurückgekehrt, um dann die Nacht allein in einem dieser großen Betten zu liegen. Er war sehr froh, dass sich jetzt, kurz vor Schluss seiner Reise, schon am späten Abend des übernächsten Tages war sein Rückflug und er musste noch viele Kilometer bis zum Flughafen zurücklegen, doch noch die Gelegenheit für ein kleines Abenteuer bot und sei es auch nur für diese eine Nacht. Amy hörte nicht auf, zu plätschern und zu singen und so stand er schließlich auf, ging zum Bad und öffnete die Tür, ohne anzuklopfen. Er blieb im Türrahmen stehen und beobachtete sie, aber sie bemerkte ihn nicht, weil sie vollauf damit beschäftigt war, ihre Haare mit viel Shampoo zu bearbeitete und hielt dabei die Augen geschlossen. So konnte er sie, ein weiteres Mal an diesem Tag, in aller Ruhe betrachten. Sie war tatsächlich sehr dünn, das wurde, da sie nackt war, nun noch deutlicher. Ihre Kurven waren alles andere als ausgeprägt, weder der Busen, noch die Hüften, den Po konnte er nicht sehen, weil sie in der Wanne saß und auf dem Wasser Schaum schwamm. Auch ihre schönen Beine waren weitgehend von dem Schaum verdeckt, bis auf die Knie, die wie die Berge in einem Atoll herausragten. Als er den Kontrast zwischen ihrer dunklen Haut und dem weißen Schaum sah, wurde ihm klar, dass sie eine schöne Haut besaß, glatt und ohne Pickel, eine sanfte Streichelhaut, eine Haut, die er sehr mochte.

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Bittersüß

schreibt Thunders

Mich berührt diese schöne Geschichte. Die Beziehung zwischen der jungen Amy und dem reifen Erzähler hat etwas Besonderes. Der traurige Schluss passt zum realistischen Stil. Ich weiß, wie schwer es ist, seine Leser emotional zu erreichen. Dies ist mit dieser Geschichte gelungen! Gruß von Andreas (Thunders)

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