Von guten Tischsitten schien sie nicht viel zu halten, sie stütze die Ellenbogen auf, hielt Messer und Gabel auf eine unmögliche Weise, nahm einen Schluck, während der Mund noch voll war, und sprach auch mit vollem Mund. Aber meistens schwieg sie und konzentrierte sich auf das Essen.
Als alles aufgegessen war, es blieb wirklich nichts übrig, und er seine zweite Dose Bier aufmachte, waren beide sehr zufrieden. Sie blieben sitzen und unterhielten sich und er erfuhr noch ein paar interessante Dinge aus ihrem Leben. So zum Beispiel, dass sie gerne in die Schule ging und auch eine gute Schülerin sei, mit sehr guten Zeugnissen, dass aber ihr Leben zu Hause die Hölle sei. Ihr Vater sei öfters cholerisch und würde sie dann grundlos beschimpfen und manchmal sogar schlagen. Ihre Mutter sei schwach und ängstlich und würde ihr nie beistehen. Es käme öfters zum Streit, weil nie genug Geld da sei, deswegen würde sie auch nie welches haben. Um diesem Zustand wenigstens in den Ferien zu entkommen, habe sie beschlossen, diese bei ihrer Tante zu verbringen. Sie gestand auch freimütig, dass sie schon seit ein paar Tagen unterwegs war, weil sie fürchtete, bei der Tante nicht Willkommen zu sein, aber auf keinen Fall zurückwolle, dann sich lieber so durchschlagen, sagte sie gleichmütig. Und weil sie kaum Geld habe, nur ein wenig Erspartes, sei sie in diesen Zustand geraten, für den sie sich jetzt auch schämen würde. Sie habe wirklich sehr ungepflegt ausgesehen, in ihren alten Kleidern und ungewaschen, als sie sich im Spiegel im Bad betrachtete hatte. Ja, er habe recht, sie habe wirklich sehr dreckig und heruntergekommen ausgesehen, und weil sie immer viel schwitzen würde, habe sie auch so gestunken. Sie würde sich jetzt nicht mehr wundern, dass er sich vor ihr geekelt habe und sie erst gar nicht mitnehmen wollte. Aber nun sei es ja besser, nun sei sie sauber, würde schön nach Seife und Shampoo duften und alles sei doch jetzt gut.
Die Verwandlung
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Die Verwandlung
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Bittersüß
schreibt Thunders