Die Verwandlung

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Die Verwandlung

Die Verwandlung

Yupag Chinasky

Aber das alles, stellte er leise seufzend fest, wurde von diesem Aussehen einer Streunerin und diesem Gestank eines Stinktiers zu Nichte machte. Er sagte aber nicht gleich Nein, sondern zunächst nur, «wait a moment, I’ll pay.». Und während er zur Kasse ging und bezahlte, dachte er angestrengt nach. Ein junges Mädchen mitzunehmen, war nicht nur eine gute Tat, es versprach auch Gesellschaft und ein wenig Abwechslung. Eine mittlere Stinkbombe mitzunehmen, erforderte einfach zu viel Überwindung, aber er könnte sie ja, wenn er es wirklich nicht mehr aushielt, unter einem Vorwand wieder aussteigen lassen, zum Beispiel an der nächsten Tankstelle oder im nächsten Ort. Aber nein, wozu sollte er diesen Aufwand treiben und so stand sein Entschluss endlich fest und er sagte zu ihr, die natürlich immer noch neben dem Auto wartete: «I am very sorry, but I never take any hitchhakers with me. You understand. I never do it.»

Sie sagte kein Wort, ging nur langsam und sichtlich traurig zu dem Kiosk zurück, während er sich in das Auto setzte und einen Parkplatz im Schatten suchte, aber den gab es nicht und so stellte er den Wagen dicht neben dem Kiosk ab, denn er brauchte nicht nur Benzin, sondern auch ein kaltes Getränk und etwas zwischen die Zähne, sein Magen hatte seit dem Frühstück nichts mehr bekommen und das war auch nicht gerade üppig gewesen. Sie saß wieder auf der Bank und nun tat sie ihm sogar etwas leid, weil sie so traurig dasaß und ihn vorwurfsvoll anstarrte. Er bekam sogar ein schlechtes Gewissen, denn er es abgelehnt, einem Menschen zu helfen, der anscheinend dringend seiner Hilfe bedurfte. Wenigstens ein bisschen musste er das wieder gutmachen und so fragte er sie, «Do you want a drink or something to eat?» Im Freien würde man es ja neben ihr aushalten und ein bisschen schuldig fühlte er sich. Dann saßen sie sich vor dem Kiosk gegenüber, tranken Cola und aßen schwammige Sandwiches mit Pommes.

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Bittersüß

schreibt Thunders

Mich berührt diese schöne Geschichte. Die Beziehung zwischen der jungen Amy und dem reifen Erzähler hat etwas Besonderes. Der traurige Schluss passt zum realistischen Stil. Ich weiß, wie schwer es ist, seine Leser emotional zu erreichen. Dies ist mit dieser Geschichte gelungen! Gruß von Andreas (Thunders)

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