Ist das nicht ein bisschen ... langweilig?„
Sie lachte. „Keineswegs! Die Technik ist dieselbe, aber die Motive wechseln!„
„So?„ fragte ich zurück. „Was fotografierst du denn, wenn du so ganz privat und nur zum Hobby fotografierst?„
Christine sah mich herausfordernd an. „Wenn ich so ganz privat und nur zum Hobby fotografiere„, sagte sie, „dann fotografiere ich am liebsten ... Schwänze!„
„Schwänze?„ Ich muss sehr entgeistert ausgesehen haben, denn nun lachte sie laut und herzlich auf.
„Ja, Schwänze! Nicht Pferde- oder Kuhschwänze, sondern ... das männliche Glied! Penisse, Pullermänner, maskuline Genitalien! Schwänze halt.„
Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Also hielt ich den Mund – und lief rot an. Was sie wiederum zu amüsieren schien. Ganz offensichtlich genoss sie es, wie ihre herzerfrischende Unverblümtheit mir die Sprache verschlagen hatte. Schließlich beugte sie sich vertraulich zu mir herüber, legte mir ihre langen Fotografinnenfinger auf den Arm und fragte leise: „Soll ich dir mal mein privates Fotoalbum zeigen?„
Jetzt wurde ich ärgerlich. Mehr auf mich selbst als auf sie, weil ich so leicht aus der Fassung zu bringen war. Unwillig schüttelte ich ihre Hand ab und sagte barsch: „Du nimmst mich auf den Arm, nicht wahr?! Das sagst du nur, um zu provozieren!„
Doch Christine lehnte sich gelassen zurück, zündete sich eine Zigarette an und antwortete: „Keineswegs! Im Gegensatz zu vielen meiner Geschlechtsgenossinnen, finde ich das männliche Glied an sich sehr ... fotogen. Um ehrlich zu sein: Es fasziniert mich! Ich mag es, wie aus einem kleinen, schrumpeligen Anhängsel durch ein paar Berührungen, vielleicht nur durch einen Gedanken, ein großes, kräftiges und mitunter durchaus wohlgestaltetes Instrument der Lust wird – für Mann und Frau. Wenn das kein lohnendes Sujet ist!„ Sie nahm einen tiefen Zug aus ihrer Zigarette.
Die Fotografin
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Die Fotografin
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