Dann waren sie angekommen, aber zunächst sah man nur ein mächtiges Tor aus Metall, auf dessen Flügel stilisierte Kühe mit den charakteristischen Hörnern der "flechas doradas" abgebildet waren. Der Bürgermeister kannte sich gut aus, er kannte auch den Code für das Tor. Er tippte ihn an einer kleinen Säule ein, dann schwangen, wie von Geisterhand, die beiden Flügel nach innen und gaben den Blick auf eine vielleicht 200 Meter lange und sehr breite Zufahrt frei. Der Straßenbelag, heller weißer Sand, bildete einen schönen Kontrast zu den kleinen Bäumchen links und rechts und dem tadellos gemähten, grünen Rasen dahinter. Am Ende der Privatstraße stand die prächtige Villa, ein breites, strahlend weißes Gebäude mit Säulen vor dem Haupteingang und einer großen Freitreppe. Die Villa war so richtig protzig, einem Rinderbaron durchaus angemessen. Auf dem kleinen Parkplatz vor dem Haus standen mehrere Autos, ein kleiner Stadtwagen, zwei Jeeps und ein dicker Mercedes.
Auch als sie das Haus betraten, zeigte sich, dass der Bürgermeister hier wohl oft zu Gast war, denn sie gingen ohne auf jemanden zu warten, direkt in den Speisesaal, ein anderes Worte wäre für den Raum untertrieben. In dessen Mitte stand ein großer runder Tisch, um diesen mehrere Stühlen, weitere, kleinere Tische an den Wänden. Der Tisch war bereits üppig gedeckt, es duftete intensiv nach Kaffee und gebratenem Speck. Die Stühle waren noch frei, aber der Raum dennoch nicht leer. Neben einem der Abstelltische stand eine junge Frau in einem hochgeschlossenen, schwarzen Kleid, das aber ihre ausgeprägten Kurven sehr betonten. Sie grüßte die Eintretenden freundlich. Der Bürgermeister kannte sie, sie wechselten ein paar unverbindliche Worte und die junge Frau, offensichtlich ein Dienstmädchen, sagte, sie sollten doch bitte Platz nehmen und ob sie vielleicht einen Saft wollten oder ein Glas Champagner, sie würde sogleich den Herrschaften ihre Anwesenheit melden.
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