Kurz danach und nacheinander kamen dann auch schon die Herrschaften, erst die vier strammen Jungs, die sich alle glichen. Sie waren klein und gedrungen ihr Gesicht hatte denselben Indioeinschlag, den auch der Vater aufwies. Sie wurden ihm vom Bürgermeister vorgestellt, sie setzten sich und warteten steif und stumm, in der Familie schien eine gewisse Disziplin zu herrschen. Als nächstes kam die Ehefrau und Mutter, eine attraktive, sehr hellhäutige, sehr blonde Mitvierzigerin, das genau Gegenteil ihres Mannes, deren Schönheit zwar schon etwas zu verblassen begann, aber durch ihre intensive Lockenpracht gerettet wurde, ein wahrer Rauschgoldengel und das hier, in der tiefsten Pampa. Ihr Auftritt und auch ihr Anblick wurden allerdings durch die Tatsachen geschmälert, dass sie in einem Rollstuhl saß, der von der Bedienung im schwarzen Kleid herein geschoben wurde, ein Bein war im Gips, und sie sah insgesamt ziemlich mitgenommen, ziemlich leidend aus. Aber sie war sehr freundlich und bedankte sich überschwänglich, dass der Autor, dieser berühmt Herr aus der Hauptstadt, wie sie sagte, den Weg hierher in die tiefe Provinz gefunden habe, in eine Gegend, in der man Kultur wie die Nadel im Heuhaufen suchen müsse. Allein deswegen würde sie sich ja so freuen, ihn kennenzulernen, sie danke ihm von Herzen, dass er die Einladung zum Frühstück angenommen habe und hoffe auf ein intensives Gespräch über seine Werke. Sie sei eine treue, begeisterte Leserin und er könne sich nicht vorstellen, wie wichtig ihr sein Besuch sei. Auch der Bürgermeister, der sich zu hier hinab gebeugt und mit einem Küsschen begrüßt hatte, bekam ihren Dank ab, dass er es auf sich genommen habe, den Besuch neben seiner vielen Arbeit zu organisieren und sogar den Fremdenführer und Chauffeur selbst zu spielen. Die Idee, ihn zum Frühstück einzuladen, sei ihr erst spät, erst gestern Abend gekommen, als sie sich ziemlich geärgert hatte, weil sie weder an der Lesung noch an dem Essen teilnehmen konnte.
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