Diese verdammte Nacht mit Vivian

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Diese verdammte Nacht mit Vivian

Diese verdammte Nacht mit Vivian

Yupag Chinasky

Was für ein Idiot er doch sei, eine Minderjährige zu schwängern, ausgerechnet die Tochter dieses Rinderfurzes, warum er sich nicht eine anständige Nutte auf sein Zimmer bestellt habe, die gäbe es auch in dieser schönen Stadt und die seien gar nicht schlecht, das wisse er aus eigener Erfahrung. Erst jetzt hatte der Autor die Gelegenheit, das Geschehene der letzten Nacht aus seiner Sicht darzustellen, aber noch dringender war sein Wunsch zu erfahren, was der Bürgermeister mit ihm vorhabe, er wolle ihm doch keinem Richter übergeben, er sei doch ein Mann, er wisse doch, wie solche irren Weiber sein könnten. Nun lachte der Bürgermeister dröhnend, für so etwas komme man doch nicht ins Gefängnis, dann wäre die Hälfte der männlichen Bewohner dieser schönen Stadt im Gefängnis, er solle sich beruhigen, er habe diese Show abziehen müssen, um diesen Rinderfurz zu beruhigen. Er solle jetzt rasch seine Sachen aus dem Hotelzimmer holen, das ja bereits bezahlt sei. Dann würde er ihn zum Bus in die Hauptstadt bringen, aber nicht hier, sondern im nächsten Ort. Er solle sehen, dass er aus der Gegend möglichst rasch verschwände und sich ja nie mehr hier blicken lassen, man könne nicht wissen, ob der Rinderfurz sich an die Absprache halten würde. Er würde die Sache hier schon schaukeln, darauf könne er sich verlassen, er sei schließlich Bürgermeister und Ehrenmann und er wisse, wie man mit Rinderfürzen umgehen müsse.

Damit könnte die Geschichte enden, wenn da nicht noch zwei erwähnenswerte Details wären. Das eine war das ungläubig staunende Gesicht des Zimmermädchens, als er in den Bus stieg, aber sie fragte nichts und er sagte nichts. Das andere war ein Bericht in der lokalen Zeitung am nächsten Montag, den ihm der Bürgermeister hatte zukommen lassen. In dem Bericht wurde breit und ausführlich das wunderbare Stadtfest beschrieben, die vielen Belustigungen, das Konzert der Feuerwehrkapelle, der rauschende Ball.

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