Dieser Abend war anders geplant

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Dieser Abend war anders geplant

Dieser Abend war anders geplant

Eros Demenos

Er war sprachlos, die Situation glitt völlig aus seiner Kontrolle. In seiner Hirnschale war nur noch Salat, ungefähr so musste sich ein Wachkoma anfühlen.

Du siehst was um Dich herum geschieht, aber Du kannst nicht eingreifen. Da zog sie auch schon am Gürtel seines Bademantels und schob den von seinen Schultern. Noch immer hatte er keinen Plan. Mit einem kleinen Schubser beförderte sie ihn in den Korbsessel, der zur Einrichtung des Zimmers gehörte. Sie beugte sich so über ihn, dass er die zarte Haut ihrer Brüste im Gesicht spürte und führte seine Hände in einer geschmeidigen Bewegung hinter den Stuhl. Blitzschnell, bevor er überhaupt begriffen hatte, was hier vor sich ging, waren seine Arme hinter der Stuhllehne fixiert.

Erschrocken sah er zum Bett herüber. Da hatte seine Frau sich inzwischen aufgesetzt und verfolgte das Schauspiel mit weit aufgerissenen Augen. Sie hielt sich verblüfft die Hand vor den Mund. Aber sie machte keinerlei Anstalten einzugreifen und ihm zu Hilfe zu kommen. Währenddessen hatte die junge Fremde sich zu ihm heruntergebeugt und mit festem Griff seinen Hintern an die Vorderkante des Stuhles gezogen und ehe er kapierte was sie vorhatte, den Gürtel seines Bademantels dazu benutzt, seine Füße außen an die hinteren Stuhlbeine zu fesseln. Er hing jetzt quasi halb schräg im Sessel, die Oberschenkel wurden durch die Verschnürung der Füße auseinandergezogen und sein sonst so sorgsam gehüteter bester Freund hing halb aufgerichtet frei in der Luft. Bequem war das nicht und befreien konnte er sich aus dieser Lage auch nicht.

Die junge Frau trat einen Schritt zurück und begutachtete ihr Werk. Eigentlich hätte er jetzt laut schreien und protestieren müssen, aber der Anblick, der sich ihm bot ließ ihn verstummen. Ganz im Widerspruch zu ihrer energischen Handlungsweise wirkte ihr Gesichtsausdruck überhaupt nicht feindselig, im Gegenteil. Sie hatte ihr leicht spöttisches Lächeln nicht mit ihren Kleidern abgelegt, ihre dunklen Augen wirkten geheimnisvoll und auch ihre keck geschwungenen, bildhübschen Brüste schienen ihn regelrecht anzustarren. Sie hatte die gleiche schöne Haut, wie viele Frauen im mediterranen Raum. Zart glänzend assoziierte er sie immer mit dem Duft von Olivenöl. Und ihre dezente, fast streifenfreie Bräune ließ ihn ahnen, dass auch die zartesten Stellen dieses bezaubernden Körpers gelegentlich in den Genuss der wärmenden Sonne kamen.
„Du wirst uns jetzt nicht mehr stören, aber Du darfst gerne zuschauen, wenn Du möchtest“, auch ihre Stimme klang sanft und freundlich und ihre Mundart kam ihm tatsächlich bekannt vor, hatte er ähnliches nicht irgendwo am Bodensee schon mal gehört? Weiter kam er in seinen Gedanken nicht, denn unsere Schöne hatte sich von ihm abgewendet und wieder zum Bett gedreht. Da saß seine Frau noch immer mit der Hand vor dem Mund, aber ihr Blick wirkte nicht annähernd so erschrocken oder empört, wie es seine schmähliche Lage verdient gehabt hätte. Nein, er konnte es kaum glauben: Sie lachte! Sie amüsierte sich offensichtlich köstlich und zeigte nicht die geringste Spur von Entsetzen oder Verärgerung!

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