Ein letztes Mal waren sie an der Strandpromenade entlang gegangen, hatten bei einigen Drinks die Abendstimmung am Meer genossen, dem Rauschen der Wellen in seinem Wettkampf mit der Musik und den Stimmen der Gäste in den Straßencafés gelauscht. Von der Sonne des Tages noch erhitzt und vom letzten Ouzo leicht beschwipst waren ihre Plaudereien im Laufe des Abends immer frivoler geworden und sie hatten gemeinsam die kleine Phantasievorstellung ausgeschmückt, von der sie ihm vor ein paar Tagen schon im Hotelzimmer erzählt hatte. Sie drehte sich um den jungen Kellner Berhane, dessen sehnsuchtsvolle Blicke auf ihren runden Popo beiden nicht entgangen waren. Berhane stammte aus Eritrea und gehörte zu den wenigen seiner Landsleute, die hier auf der Insel eine Chance bekommen hatten. Er hatte eine Ausbildung im Hotel begonnen und träumte davon, sich eines Tages selbständig machen zu können und sein eigenes kleines Gästehaus zu führen. Talent dazu hatte er, wie ein perfekter Gastgeber verwöhnte er die Hotelgäste und bemühte sich, ihnen ihre Wünsche geradezu von den Augen abzulesen. Seine eigenen Augen wurden dafür mit gelegentlich herrlichen An- und Einblicken belohnt, denn besonders die weiblichen Gäste fühlten sich von den aufmerksamen Blicken des ausgesprochen gut aussehenden jungen Afrikaners durchaus geschmeichelt und geizten im Gegenzug nicht mit ihren Reizen.
Auf diese Weise war der junge Mann auch in die Phantasiewelten unseres Paares gelangt und hatte den Gedanken an ein amouröses Abenteuer reifen lassen. Keine Sorge, die zwei wollten es nicht zu weit treiben, eigentlich war das Ganze ohnehin nur eine Art Traumvorstellung. Aber eine sehr erregende Vorstellung war es schon. In ihrer Phantasie würden sie in ihr Hotelzimmer zurückkehren, sich unter der Dusche erfrischen und dann zum Abschluss des Urlaubes noch eine schöne Flasche Champagner aufs Zimmer bestellen.
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