Die Spender-Story

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Syba

Denn zusätzlich wird man als armes Arschloch vom Kapital prinzipiell noch abgelinkt. Siggi fühlte sich als Paradebeispiel. Giering kassierte massenhaft lauwarmes Onanat aus zu knapp gefüllten Messgläsern umsonst. Der nächste Kunde wollte in die Kabine. Verfluchte Hacke.
Er packte das Glas so, das man die Menge des Inhalts nicht erkennen konnte. Er musste erst mal aus der Kabine raus. Und er stand wie angewurzelt mit seinem Glas in der Hand, verzweifelt nach einem Ausgang suchend, als ihn jemand an den Tisch zur Abgabe dirigierte.
Vor dem Tisch, an dem eine graue, korpulente Gefängniswärterin in weißem Kittel saß, stand noch eine Schlange. Siggi wand sich und schwitzte. Die Gefängniswärterin nahm die Messbecher in Empfang und hakte die Nummern ab. Alles anonymisiert. Hinter Siggi stellte sich ein Schrank von einem Typ an. Er sah ziemlich gut aus, sein Selbstbewusstsein schien in der Kabine nicht gelitten zu haben.
Die Gefängniswärterin brachte ein volles Tablett mit Messgläsern weg, eine Galgenfrist. Der Typ hinter ihm grinste. Er hielt sein Glas sehr vorsichtig, es war am Überschwappen. Er entdeckte Siggis mickrige Ausbeute, die Siggi unauffällig zu kaschieren versuchte. Siggi holte Luft zu einem verbalen Haken, ohne Rücksicht darauf, was der Schrank dann draußen auf der Straße mit ihm machen würde. Es gab passende Sprüche genug, denn der Schrank war offensichtlich stockschwul und sah schon die ganze Zeit so aus, als wolle er Siggi auf ein Messglas in eine der hautengen Kabinen einladen. Der Typ zwinkerte ihm zu, packte blitzartig Siggis Hand mit dem Glas und spuckte kräftig rein.
Ein Wunder war geschehen, das Ding war voll.
Die Alte kam mit einem leeren Tablett zurück, Siggi gab sein volles Glas ab, lässig. Der Schrank hinter ihm knallte seins so auf den Tisch, dass es überschwappte. Es war immer noch voll genug. Die Alte ärgerte sich über die Sauerei.
Sie gingen zur Kasse.

Heinz der Schrank lud Siggi noch ein, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, und Siggi war erst mal wieder alles egal.

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