Darf ich hereinkommen?“. Natürlich darf sie. Ich biete ihr einen Platz am Küchentisch an und frage sie, ob sie auch einen Nescafé möchte. Das tut sie und so lasse ich zum zweiten Mal am heutigen Nachmittag den Kocher an. Dabei mustere ich meinen Gast intensiv. So jugendlich und offenherzig habe ich meine Kellnerin bislang noch nie gesehen. Sie trägt eine blaue Jeans und darüber eine recht weit geöffnete, dunkle Bluse, welche es ihr schwer macht, sich zu bücken, ohne dass man ihr dabei in den Ausschnitt schauen kann. Ihre langen braunen Haare trägt sie jetzt offen und ihre schwarzen Augen funkeln. Ihre großen und weichen Lippen schenken mir ein liebevolles Lächeln.
Gar keine Frage also, diese Frau ist eine Augenweide.
Ich reiche ihr den Kaffee und sie lächelt mich noch immer an. „Danke“, sagt sie und ich sehe in ihren Augen gewisse Fragezeichen aufleuchten. „Was ist?“, frage ich und sie grinst. „Erzähl es mir“, sagt sie, „wer ist das Mädchen auf deinem Handy?“. Da sind wir also wieder. Zurück bei meinem leidigen Thema von heute Morgen. Eigentlich wollte ich es weit von mir schieben, doch das geht nun nicht mehr. „Das ist Daphne“, antwortete ich leise und sie nickt. „Ah Daphne. Ok. Und du und diese Daphne, ihr wart ein Paar?“. Dimitra ist neugierig. Aber ich schüttele den Kopf. „Daphne und ich, wir waren Freunde und für eine Nacht auch noch etwas mehr als das, Ende der Geschichte“, erwidere ich und das mit einem ziemlich schrägen Ton, der eigentlich so gar nicht zu mir passt. Es fühlt sich komisch für mich an, über Daphne zu sprechen, und Dimitra scheint das zu spüren. Sie kommt auf mich zu und gibt mir einen sanften Kuss auf die Wange. Ich weiche unsicher und erschrocken ein Stück zurück, doch sie greift meine Hand. „Glaubst du, ich weiß nicht, wie du dich fühlst? Ich habe mich schon oft verliebt und bin dabei in den 7. Himmel geflogen, zumindest in den Sommerferien, wenn die Touristen hier waren.
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