Dinner zu fünft

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Dinner zu fünft

Dinner zu fünft

T. D. Rosari

Nun wusste sie, mit wem sie es zu tun hatte. Sie war erleichtert. Ihr würde es nicht schwerfallen, diesen Männern sexuell zur Verfügung zu stehen. Noch trieben die Herren Konversation. Bridget huschte hin und her, füllte Gläser nach, bot Zigarren an, kümmerte sich um Aschenbecher und kleine Snacks. Bridget war den Männern sehr nahe, bewegte sich geschickt zwischen ihnen, um ihre kleinen Dienste zur deren Zufriedenheit leisten zu können. Es war wirklich erstaunlich, wie diszipliniert die Vier waren: Es gab keine anzüglichen Blicke, keine Bemerkungen, keine Berührungen: Sie schenkten ihr nicht die geringste Aufmerksamkeit. Selbst der vorhin so charmante Noel übersah sie konsequent. Es war, als wäre sie unsichtbar. Das war eine seltsame Erfahrung für Bridget, die es gewohnt war, die Blicke der Männer auf sich zu ziehen.
Alle taten so, als wäre es völlig normal, dass die Bedienung nur spärlich in Lack und Leder gekleidet war. Trotzdem spürte Bridget die sexuelle Spannung im Raum. Den Männern war genauso wie ihr klar, worauf dieser Abend zusteuern würde. Doch noch ließen sie es nicht zu, sich ihren sexuellen Gelüsten hinzugeben. Noch war Bridget tabu.
„Es ist Zeit für den ersten Gang!“, sagte Frederic schließlich und nickte Bridget zu. Dies war die erste Äußerung nach einer gefühlten Ewigkeit, die sich direkt an Bridget richtete. Die Männer übersiedelten an den Esstisch.  Bridget servierte einen Wassermelonen-Büffelmozzarella-Salat mit rotem Basilikum. Die sitzenden Männer befanden sich nun auf Augenhöhe mit ihrem Po und ihrem Schritt. Beim Servieren trat sie bewusst eng an sie heran, streifte hier und dort an ihren Armen an, inszenierte ihren Auftritt und versuchte, die Aufmerksamkeit der Herren auf sie zu lenken. Noch diese zeigten sich unbeeindruckt.
Süßkartoffel-Kokos-Suppe mit gebratenen Scampi. Das war der zweite Gang. Ohne Zweifel handelte es sich um Köstlichkeiten, die Bridget hier kredenzte. Auch der Wein war erstklassig. Die delikateste Zutat an diesem Abend war aber ohne Zweifel sie, Bridget. Trotzdem widmete sich die Tafelrunde nur den Speisen, den Getränken und ihrer Konversation. Das wurmte Bridget.

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