Dominant

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Dominant

Dominant

Paul Magallas

Ihre Größe machte es ihm leichter, sie in der Menge der Fußgängerzone auszumachen.
Dann hatte er offenbar einen Moment nicht aufgepasst – und sie war weg! Mist, aber auch. Er suchte vor sich, scannte mit enttäuschten Augen die Umgebung. Nichts.

„Suchen Sie wen?“, sprach ihn eine weibliche Stimme an. Weil sie von der Seite, leicht hinter ihm kam, musste er sich beinahe umdrehen. Es war eine dunkle Stimme, in der etwas Besonderes lag. Er war zu verblüfft, um gleich zu reagieren. „Keine Angst, ich tu dir nichts. Wir saßen uns doch gegenüber in der Bahn vorhin.“ Er konnte nur nicken. Mit warmem Ton und leichtem Schmunzeln fuhr sie fort: „Meinst du, ich hätte nicht gemerkt, wie du mich angesehen hast?!“
Jetzt musste er sich innerlich schütteln, sammeln, um endlich präsent in dieser Situation anzukommen. Ewas zu bemüht lässig antwortete er: „Ja, das stimmt alles. Sie, äh du, bis mir aufgefallen“.
„Und was an mir hat dich angemacht?“ Wieder schmunzelnd richtete sich ihr Blick plötzlich auf seine enggewordene Körpermitte. „Eigentlich alles: deine Größe und Ausstrahlung. Deine Haare und Augen. Der Gesamteindruck halt.“ „Und was hast du dabei gedacht?“
„Willst du das wirklich wissen?“
„Sonst würde ich wohl kaum danach fragen“ entgegnete sie bestimmt, aber tendenziell freundlich.
„Naja“, er druckste etwas herum. „War am Ende etwas mit Erotik dabei?“
„Schon in diese Richtung. Ob du zur Arbeit fährst, noch in Alltagsklamotten, ob du in einem Studio arbeitest oder gar die Chefin dort bist. Bei deiner beeindruckenden Ausstrahlung – ob du z. B. ‚Dominantes‘ machst?“
„Du meinst, ob ich eine Domina bin?“
Er nickte. Anstelle einer Antwort.
„Warst du schon einmal bei einer?“
„Nicht wirklich.“
„Was heißt das?“
„Naja, ich gönne mir immer wieder Massagen, tantrisch, manchmal expliziter erotisch.

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