Doppelfehler

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T. D. Rosari

„Sind das die Kerle, die uns den Platz weggeschnappt haben?“, erkundigte sich Irina neugierig. „Genauso ist es!“, antwortete Bridget. Genüsslich nippte die Blondine an ihrem Kaffee, während sie wohlwollend die muskulösen Beine, den knackigen Po und den kräftigen Oberkörper des Dunkelhaarigen taxierte.
„Seine Vorhand ist exzellent!“, fand Irina. Ihre Freundin hatte sicher recht, was die Vorhand des Mannes betraf. Bridget interessierte sich aber gerade für den Po des Sportlers. Wenn er überzählige Bälle in die Taschen seiner Tennisshorts steckte, spannte sich der Stoff der kurzen Hose ein wenig und dann wirkte der Hintern des Mannes noch knackiger.
„Himmel!“, seufzte Bridget und wandte kurz ihren Blick ab. „Hast du diesen Arsch gesehen?“ Sie richtete sich nun direkt an Irina. Ein Schmunzeln huschte über das Gesicht der Angesprochenen. „Ganz nach deinem Geschmack, wie ich annehme?“, antwortete Irina mit einer Gegenfrage. „Du liegst goldrichtig!“ Ein Ball knallte gegen den Maschendrahtzaun. Der Blonde hatte einen Volley mit dem Rahmen seines Wilson-Rackets getroffen und der Ball war im hohen Bogen gegen den Zaun geflogen. „Sorry, Nando!“, rief der Blonde. Als sich Nando daran machte, den am Zaun liegenden Ball einzusammeln, fiel sein Blick auf die beiden attraktiven Damen, die unmittelbar hinter dem Zaun im Club-Café saßen: Ein kurzer Blick, ein anerkennendes Hochziehen der Augenbraue. Diese Gesten wirkten, oberflächlich betrachtet, gelassen und souverän, höflich distanziert. Als der Mann aber im nächsten Moment mit der rechten Hand seine am linken Handgelenk sitzende Armbanduhr adjustierte, hatte er sich verraten. Bridget erkannte an dieser nervösen Geste sofort, dass der Typ interessiert war. Tatsächlich wirkte der Mann nun anders auf Bridget. Er war sich offensichtlich bewusst, dass er und sein blonder Tennispartner von den beiden Ladys im Café beobachtet wurden.

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Gedichte auf den Leib geschrieben