Ich stelle die Dusche aus, schüttele meine nassen Haare und greife nach dem großen Handtuch. Trockne mich ab, ehe ich aus der Dusche steige. In den Ohren ist noch Wasser, ich höre dumpf Geräusche. Also drehe ich den Kopf nacheinander zu beiden Seiten und merke, wie kleine Tropfen über die Wangen laufen. Besser. Nun ist es deutlicher. Eine Stimme, nein, zwei, mal abwechselnd, mal gleichzeitig. Sie reden nicht, es sind eher Laute, Vokale und Konsonanten durcheinander. Als ich die Glastür des Badezimmers öffne, muss ich grinsen. Ich schnappe mir schnell den Bademantel vom Haken und schlüpfe hinein. Im Zimmer nebenan haben zwei Spaß. Ich trete näher an die Wand, die mich trennt. Nehme ein Wasserglas vom kleinen Tisch davor, halte es zwischen mein Ohr und die Wand und lausche. Geil. Eine Frau und ein Mann, sie scheint kurz vor dem Höhepunkt zu sein, ich höre ihren schnellen Atem, als würde ich danebenstehen. Und bingo, keine zwei Minuten später kommt sie ziemlich lang und laut. Er folgt, mit animalischer Erfolgsbetonung. Das hätte ich gerne live gesehen! In mir kribbelt es, ich bin angefixt. Im Bauch zieht es wohlig, meine Nippel werden steif. Bevor mein Hirn mir was Rationales eingeben kann, habe ich meine Schlüsselkarte in der Hand, öffne meine Tür und mache zwei Schritte zur Zimmertür nach nebenan. Ich klopfe zweimal. Dahinter ist erstmal Stille, dann höre ich die Frau auflachen, den Mann fluchen. Schritte zur Tür. Er öffnet einen Spalt, schaut misstrauisch und abwartend.
„Hi. Klang gerade so, als hättet ihr guten Sex gehabt. Da wird man als Nachbarin neidisch. Braucht ihr noch eine Mitspielerin?“ Dem Mann weiteten sich die Augen vor Überraschung und Verblüffung über diese unverfrorene Neugierde. Das verschafft mir kurz Zeit, ihn einmal zu mustern.
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