Du. Amore imposible

(für Marc)

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Du.  Amore imposible

Du. Amore imposible

Desdemona

„Liebster!
Vielleicht sollte ich dir dies hier nicht geben, aber zumindest wollte ich es aufschreiben. In den letzten fünf, sechs Wochen ist eine Veränderung vorgegangen. Angefangen hat es mit den heißen SMS. Nach und nach merkte ich, wie mein Herz hüpft, wenn das Vibrieren des Handys eine Nachricht von dir zeigt. Ich wünschte mir beim Einschlafen und morgens, du wärst da, ich könnte mich an dich kuscheln, ich träume davon, nach dem Aufwachen mit dir Liebe zu machen...“

Ich gab dir den Brief nie. Stattdessen tippte ich ins Handy: „Weißt du, dass ich dich richtig gern mag?“ Du: „Ich mag jede Stunde mit dir.“ Per SMS war es leichter. Waren wir zusammen, waren wir voller Scheu. Mit belanglosem Geplauder versuchten wir, während unsere Körper vom Kerzenlicht erleuchtet waren, das Unsagbare zu bedecken. Unsere Umarmungen wurden inniger, gefühlsbetonter.

Uns blieb nicht viel Zeit. In vierzehn Tagen würde ich in eine andere Stadt ziehen. An unserem letzten Abend brachtest du eine CD mit, die wir oft zusammen gehört hatten. Wir umarmten uns lange. Du hieltest mich fest und flüstertest mir ins Ohr: „Jetzt wird nicht geweint.“ Ich flüsterte zurück: „Ich weine nicht.“ In diesem Moment war mir klar, dass es kein Morgen gibt. Ich fühlte keine Trauer. Es war schön, aber bald würde es Erinnerung sein. Es über dreihundert Kilometer Entfernung aufrecht zu erhalten, kam nicht in Frage. Unser Abschied war ein Lebwohl.Ich versuchte, mir über meine Gefühle klar zu werden. War mehr zwischen uns als pure Geilheit? Hatten wir eine Chance, außerhalb des Lotterlagers einen gemeinsamen Nenner zu finden? Ich wusste es nicht. Ich wusste nicht einmal, ob ich es wollte. Ich: „Ich vermisse deine weiche Haut...“ Prompt kam retour: „Ich vermisse deine warme, feuchte Grotte.“ Bald waren wir wieder beim Status Quo. An zwei, drei Tagen in der Woche schickten wir heiße Sexfantasien, zärtliche Grüße und liebe Wünsche über den Daten-Highway. Meine Sehnsucht verlangte nach mehr. Ich fasste mir ein Herz: „Bitte komm her. Ich habe am Wochenende die Wohnung für mich allein.“ Deine Antwort war zögernd. Ich war enttäuscht.

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