„Nun lass sie doch erstmal ankommen. Dass du Neue immer gleich so überfallen musst“, fiel ihm seine Frau ins Wort.
„Er will sich immer hier in die Nähe der Umkleide setzen, damit er ja kein Frischfleisch verpasst“, erklärte sie dann zu mir gewandt. „Das ist schon fast ein Hobby von ihm.“
„Um ehrlich zu sein“, fand nun auch ich endlich Worte, „bin ich schrecklich nervös. Ich war noch nie in so einem Club. Für ein bisschen Einführung wäre ich ganz dankbar.“
„Das mit dem Einführen kannst du doch“, feixte meine Begleiterin.
Nun musste ich doch lächeln, denn wegen solcher zweideutiger Neckereien, die wir immer einmal austauschten, waren wir überhaupt auf die Idee gekommen, gemeinsam hier her zu kommen. Und schon waren wir in einem netten Gespräch und meine Verklemmtheit konnte sich langsam legen.
Die Beiden erzählten ein bisschen von ihren Möglichkeiten und Gewohnheiten in diesem Club, stellten uns aus der Entfernung einige von den Stammgästen vor und fragten dann nach unseren Vorstellungen und Wünschen. So konnten wir dann von unseren Phantasien erzählen, die sich immer stärker um den Darkroom konzentriert hatten.
Unser Tischnachbar schmunzelte.
„Da hast du ja zwei Sympatisanten gefunden.“
Seine Frau erklärte, was er meinte.
„Er möchte immer gern was sehen. Das Auge isst mit, ist sein Lieblingsspruch. Ich finde es herrlich, nicht vom Anschauen abgelenkt zu werden. Nur spüren, fühlen. Hände, Lippen, Zungen, Schwänze. Das macht mich an. Nicht zu wissen, wer das ist, einfach nur die Berührungen genießen. Am liebsten würde ich nicht mal was hören, denn die Stimmen sind doch manchmal verräterisch.“
Wir sahen uns beide an. Zumindest so weit wir uns das anvertraut hatten, war es genau das, was uns reizte. Ich sprach es aus.
„Ja, genau das meine ich. Aber du hast schon auch Recht“, wandte ich mich an ihn. „Ansehen macht auch Spaß.“
„Na“, wehrte er lachend ab. „Geht ihr ruhig. Ich komme schon auf meine Kosten.“
Und eh wir uns versahen, wurde es Ernst. Wir standen auf und unsere Führerin ging mit uns in Richtung Darkroom. Als wir dann vor dem schweren Vorhang standen, sah sie uns noch einmal an.
„Viel Spaß wünsche ich Euch. Ich werde Euch genießen.“
Sprachs und verschwand in der Dunkelheit.
Wir beide sahen uns an.
„Na dann viel Spaß!“
Meine Begleiterin beugte sich zu mir und gab mir einen Kuss auf den Mund. Zugleich spürte ich ihre Hand an meinen Schwanz, der nun endgültig und augenblicklich wuchs. Dann ließ sie mich stehen und verschwand ebenfalls durch den Vorhang.
Dunkelheit
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