An der Tür stand Darkroom. Die letzten Meter des Ganges führten um zwei Ecken, so dass die Augen sich langsam an die Dunkelheit gewöhnen konnten. Umrisse von Wänden und einer Türöffnung waren das letzte, was man sehen oder besser ahnen konnte. Dann folgte ein Vorhang aus schwerem Stoff, der auch das letzte bisschen Licht aussperren würde und dann würde völlige Finsternis folgen. Mein Herz klopfte.
Wir hatten uns hier verabredet, nachdem wir über einige Wochen immer mal davon rumgealbert hatten. Das Wort Darkroom war immer wieder gefallen und schließlich hatten wir uns ein Herz gefasst und waren zu diesem Club gefahren. Unterwegs waren wir schweigsam gewesen, hatten draußen vor der Tür dann aber doch noch miteinander gesprochen. Wir würden ja nichts miteinander anfangen, nur mal testen, unsere Erfahrungen erweitern. Wie zwei schüchterne Pubertierende hatten wir uns gegenseitig versichert, was wir alles nicht voneinander wollten. Was daraus wohl werden würde, fragte ich mich.
Dann hatten wir diesen Club betreten, den ich als Ort meiner heimlichen Wünsche betrachtete.
Begrüßt wurden wir von einer freundlichen, jungen Frau, die uns mit den Regeln des Hauses bekannt machte und uns Schrankschlüssel und Handtücher aushändigte. Zuletzt wünschte sie uns einen angenehmen Abend und entließ uns in die „Räume der Lust“, wie sie sich ausdrückte. In der Lobby saßen mehrere Pärchen an verschiedenen Tischen, teils nur spärlich bekleidet. Wir gingen in die Umkleide, zogen uns aus und dann war ich das erste Mal gespannt als ich wieder in die Lobby trat. Ich hatte meine Begleiterin das ein oder andere Mal im Schwimmbad gesehen. Ich wusste, dass sie ein Tatoo trug und kannte sie auch im Bikini, der ganz normal aussah. Was würde sie jetzt tragen, wo es um eindeutige Interessen ging? Bei dem Gedanken spürte ich sofort eine Reaktion in meinem roten, enganliegenden Boxerslip, für den ich mich entschieden hatte.
Dunkelheit
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