Ebriositas

„Sieben“

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Ebriositas

Ebriositas

Svenja Ansbach

Und da war verdammt viel, was betont werden konnte!
Bis zum frühen Abend war er schon gut vorangekommen. Sie schäkern miteinander, und die Atmosphäre hat sich sexuell bereits ein bisschen aufgeladen. Kleine Anzüglichkeiten fliegen hin und her. Beim Abendessen gibt’s dann neben Bier und Wein auch noch ein paar Kurze. Für Männer meistens Obstler oder Ähnliches, für Frauen die obligatorischen süßen ‚Schlüpferstürmer‘. Danach sitzen sie in kleineren Gruppen an mehreren Tischen, Saskia natürlich an seiner Seite in der schummrigsten Ecke, die das Lokal zu bieten hat.
So gegen halb neun – Saskia kommt mal wieder von der Toilette und pflanzt sich neben ihn –, nimmt sie plötzlich unter dem Tisch sehr unauffällig seine Hand und legt diese auf ihren Oberschenkel. Als Sven nicht sofort schaltet, schiebt sie diese noch ein wenig Richtung Mittelpunkt der Erde. Jetzt begreift er und krabbelt mit den Fingern unter ihren Rock.
Die ‚Schlüpferstürmer‘ haben ganze Arbeit geleistet. Sven könnte stürmen, aber da ist kein Schlüpfer! Er ertastet lediglich ein ziemlich kahles Feuchtgebiet. Verblüfft schaut er sie an. Sie wird nicht einmal rot, sondern grinst einfach frech zurück. Dann öffnet sie ganz kurz ihre Handtasche, als ob sie etwas suchen würde, und lässt seinen Blick für Millisekunden auf einen roten Spitzenslip fallen.
Die nächsten Minuten verbringt er damit, seine Kollegin an ganz unerwarteter Stelle näher kennenzulernen. Ihre Feuchtigkeit und die absolute Diskretion, mit der seine Liebkosungen stattfinden müssen, lassen ihn unfassbar geil werden. Plötzlich scheint ihm alles zu gelingen! Seine Mörderlatte schmerzt ihm schon fast. Saskia versucht schon, unauffällig seine Hose aufzumachen. Aber dass sie hier an ihm rumrubbelt, ohne aufzufallen, das kann er sich dann doch nicht vorstellen.
Saskia macht den entscheidenden Schritt nach vorn. Leise raunt sie ihm zu: „Französischer Abgang? Fünf Minuten nach meinem nächsten Toilettenausflug auf dem Parkplatz?“
Er nickt unmerklich. Bald darauf erhebt sie sich und erweckt den Anschein, dass sie sich gerade mal wieder ein paar Perlen ins nicht vorhandene Haar macht oder das Näschen pudert oder was immer … wolle, aber natürlich hat sie nicht vor zurückzukommen. Die Handtasche hat sie sowieso immer ‚an der Frau‘.
Ein paar Minuten später bringt Sven die gleiche Nummer. Natürlich mehr so männertypisch, weniger diskret.
„Mädels, … Männer, ich muss mal eben eine Stange Wasser in die Ecke stellen.“
Und weg war er.
Als er auf den Parkplatz kommt, hat Saskia schon ein Taxi bestellt. Selbst fahren können die beiden sowieso nicht mehr. Unterwegs hätte Sven am liebsten weitergemacht, wo er am Tisch bei Lovely-Saskia aufhören musste, und wenn sie unter seiner über den Schoß gelegten Jacke an seiner Stange gerieben hätte … Das wäre auch okay gewesen. Aber der Droschkenfahrer fixiert sie ständig im Rückspiegel, da war er dann doch etwas gehemmt, und Saskia auch.
Auf jeden Fall kann er sein Glück nicht fassen. Was für eine Völlerei, nachdem sein ‚sexueller Tisch‘ bisher doch alles andere als reich gedeckt gewesen war. Ob Saskia in der Kiste hielt, was ihm seine Vorstellung versprach?

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