Echt bewegt

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Echt bewegt

Echt bewegt

Leni Trattner

Ich spürte meinen Atem gegen seinen schlagen, die Härte des Parketts an meinen Knien – und wie weich sich doch alles anfühlte, wie geborgen ich war.
Seine Hand streifte meine Wange, kaum merklich zuerst, wie ein Test. Dann glitt sein Daumen über meinen Mund, und ich wusste: kein Platz mehr für die Tänzerin. Jetzt war ich gefragt. Meine Finger fanden seinen Nacken, die Wärme dort, die feinen Härchen, den Puls. Unsere Lippen trafen sich – nicht hastig, nicht vorsichtig, sondern unausweichlich.
Wie immer war sein Kuss von einer anderen Welt. Ich hatte Männer geküsst, Frauen, viele. Aber seine Küsse erfüllten mich, schalteten meinen Verstand aus, schärften jede Wahrnehmung. Ich wurde feucht, spürte das Gewicht seines Körpers, der sich an meinen lehnte, die Hitze seiner Haut, das leichte Zittern seines Atems.
Wir richteten uns nicht auf, blieben unten. Seine Hände glitten meinen Rücken hinab, fanden empfindliche Stellen, die ich vor ihm nicht gekannt hatte. Mit Selbstverständlichkeit zog er mir das Shirt über den Kopf. Obwohl er meinen Körper im BH schon oft gesehen hatte, nahm er sich Zeit, mich anzuschauen. Mich zu bewundern. Ein Moment, wertschätzend, schön.
Der Boden war hart, unnachgiebig – und genau das machte es echt. Kein Bett, kein weiches Licht, nur unser Atem, unser Gleichgewicht, unser Rhythmus.
Ich fühlte mich stark und ausgeliefert zugleich. Er berührte mich, als wäre mein Körper vertrautes Gelände, das er wiederfand. Keine Hektik, kein Zögern. Alles fügte sich ineinander. Das raue Parkett unter meiner Haut wurde Teil von uns, erinnerte daran, dass dies greifbar war. Ohne Filter.
Er schob meinen Rock hoch, den Slip zur Seite, drang ein – ohne Vorspiel, ohne Vorwarnung, weil es nicht nötig war. Er wusste, ich war bereit. Hatte es an meinem Körper gelesen.

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