Eifersucht mit Leidenschaft

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Eifersucht mit Leidenschaft

Eifersucht mit Leidenschaft

Katja Sax

Zwei Jahre war ich in dem Viersternehotel schon am Empfang und hatte wahrlich allerhand erlebt. Oft genug war ich auch angemacht worden, von den lauten Partygästen bis hin zu den nervösen Geschäftsmännern, die sich nachts noch ein Zimmer reservieren mussten. Klar, dass ein gutes Hotel auch darauf achtete, dass es bereits beim Entree etwas fürs Auge bietet. Dreiundzwanzig war ich und natürlich gut in Form, nachdem ich mich jahrelang um meine Figur gekümmert hatte. Mein rabenschwarzes langes Haar war vielleicht mal ein abwechslungsreicher Kontrast zu den vielen Blondinen allerorts. Jedenfalls baggerte mich wieder mal ein verdammt gutaussehender Holländer an, als er gegen zweiundzwanzig Uhr eincheckte - ich meine, es war ja nicht das erste Mal, dass ein Gast sich für mich interessierte, aber dieser Mann schien wirklich besessen zu sein. Unbekümmert fragte er, wann ich Feierabend hätte und ob ich Lust hatte, mit ihm zu essen, weil er im Restaurant noch etwas zu sich nehmen wollte. Als weltgewandter Mensch hätte er wissen müssen, dass niemals jemand vom Personal mit einem Gast in den Speisesaal gehen würde - es war ja nicht die Art von Hotel, wo man sich mit Gästen verabredete oder gar eine Nacht miteinander verlebte. Der Mann musste eine ganz besondere Macke haben, um so etwas zu glauben. Während der fünf Minuten bis zu meiner Dienstübergabe hatte er es drauf, mir fünfzigtausend Euro anzubieten, wenn er mit mir eine Nacht verleben könnte - ich lachte ihm einfach ins Gesicht, weil ich es überhaupt nicht ernst nehmen konnte. Es war ja auch gar nicht das erste Mal, dass ein Gast mich um Sex bat, aber dieser Mann schien wirklich denkt zu haben, dass er mich vögeln könnte. Freundlich, aber bestimmt lehnte ich ab und wünschte ihm noch einen guten Abend.
Auf dem Heimweg schoss mir immer wieder durch den Kopf: "Was, wenn er es wirklich so gemeint hatte?

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