Eifersüchteleien

Fräulein Leichtfuß

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Eifersüchteleien

Eifersüchteleien

Andreas

Liesel freute sich auf diesen Nachmittag, auch wenn ihr die Lokalität eine leichte Röte auf die Wangen zauberte. Sie dachte an die Hütte im Wald, in der sie als Kind oft gespielt hatte. In jener Forsthütte wurde sie aber auch von ihrem Bruder zur Rechenschaft gezogen, nachdem er sie bei ihrer Premiere als Aktmodell ertappt hatte. Liesel posierte nackt vor einem sogenannten Künstler, der ihre mädchenhaften Rundungen auf die Leinwand bringen wollte. Karl fand seine künstlerischen Versuche wenig schmeichelhaft. Noch mehr ärgerte ihn aber der Leichtmut seiner Schwester, dem er energisch entgegenwirken musste!

Liesel erinnerte sich an jene Schmach, während sie genussvoll in einen rotbackigen Apfel biss. Konrad unterhielt die Damen mit luftigem Charme, den auch Karl ihm nicht absprechen konnte. Hin und wieder landete seine Hand auf Liesels Kleid, das im Sitzen ihr Knie preisgab. Frl. Luise bemerkte Karls Ärger, den sie mit einem offenen Lächeln besänftigte. „Darf ich dir ein Stück Käsekuchen anbieten?“ Karl nickte. Er mochte die um ein paar Jahre ältere Dame noch immer gut leiden, was einen angesichts der gemeinsamen Vergangenheit nicht wundern durfte. Wenn es nach Karl gegangen wäre, hätte diese Beziehung niemals geendet. Luise bestand auf einem Schlussstrich, da sie sich als Liesels Gouvernante in einer emotionalen Zwickmühle wähnte. Dieses Gefühl begann sich nun abzuschwächen, da Liesel in wenigen Monaten die Volljährigkeit erreichen würde. Konrad erzählte einen Witz, der Liesel zum Kichern brachte. Karls Augen sahen mit Missmut, dass der junge Mann Liesels Knie tätschelte. Karl beschloss stillschweigend, das frischverliebte Pärchen im Auge zu behalten. Frl. Luise bat ihn, dem jungen Glück nicht im Wege zu stehen. Konrad entstammte einem angesehenen Hause und er schien es mit Liesel sehr ernst zu meinen, was auch Karl nicht entgehen konnte.

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