Erst versuchte ich mein Glück, setzte mich neben sein Bett und las ihm eine Geschichte vor, der er aufmerksam folgte. Seine Müdigkeit war auf wundersame Weise verschwunden, so dass mich Franzi ablösen musste.
Als ich ins Büro kam, saßen Chris und Shiva bereits da und warteten auf mich. Ich war davon ausgegangen, dass es um die gemeinsame Vormundschaft von Falk gehen würde. Das nun aber auch Raoul im Raum war, wunderte mich dann doch.
„Da bist du ja endlich! Hat es mit Falk länger gedauert?“
„Ja, Franzi hat mich abgelöst.“
„Prima, dann können wir ja loslegen!“
„Shiva, es geht in erster Linie um dich und Falk. Unser Vater ist nicht mehr der Jüngste und Falk hat auch keinen Bezug zu ihm. Seine leibliche Oma kennt er nicht und da dachte ich, du und Josie, ihr könntet zusammen die Vormundschaft von Falk übernehmen, falls mir mal etwas zustößt. Josie kennt meinen Wunsch seit heute Morgen. Wenn das für dich vorstellbar wäre, würde ich es in mein Testament mit aufnehmen. Ich würde dich natürlich auch entsprechend absichern, das verspreche ich. Kannst du bitte mal darüber nachdenken?“
Sie war wenig überrascht und blieb deshalb völlig entspannt mit überschlagenen Beinen sitzen. Logisch, hatte ich ihr doch schon gesteckt, dass Chris dies vorhatte. Das obere Bein wippte gemütlich und um Shivas Mundwinkel hatte sich ein leichtes Lächeln geschlichen.
„Das wäre doch nur möglich, wenn ich hierbleiben würde, oder wie denkst du dir das?“
„Gutes Thema. Das bringt mich zu meiner zweiten Frage: Kannst du dir vorstellen, hier in Deutschland zu bleiben, Schwesterherz?“
„Hm, weiß nicht. Sesshaft werden war bisher kein Thema für mich, beziehungsweise uns, oder?“, sah sie Raoul an.
Der zuckte wenig begeistert nur die Schultern nach oben.
„Das ist wieder mal typisch von dir. Kerl wie ein Baum, aber keine eigene Meinung, oder was?“, fuhr sie ihn scharf an.
„Was soll ich denn sagen?
Ein Abschnitt endet
Josie
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