Ich sah ihr an, wie es in ihr arbeitete, fand bestätigt, dass es ihr peinlich war, aus dem intimen Nähkästchen erzählt zu haben. Und dann noch über jemanden, der nicht anwesend war.
Ich hielt ihr einen schwarzen Bikini hin, den ich länger nicht getragen hatte, weil er mir nicht mehr so gefiel.
„Anziehen!“, bestimmte ich.
Sie besah sich das winzige Stück Stoff, ihre Augen zuckten kurz hoch und fanden meinen Blick, dann sah sie wieder nach unten. Dabei befühlte sie den Stoff, drehte ihn in ihren Händen. Ich bemerkte, dass sie nach einer Möglichkeit suchte, um sich umziehen zu können und schickte sich an, rauszugehen.
„Wo willst du hin?“, hielt ich sie am Arm fest.
„Ins Bad, mich umziehen, was sonst?“
„Shiva, ich bin auch eine Frau! Habe Brüste, eine Schamspalte und auch ne Pussy. Was also hast du, was ich noch nicht kenne? Es ist doch völlig normal, zum Beispiel nach dem Sport zusammen zu duschen, hier in Deutschland jedenfalls. Ich habe schon öfter nackte Frauen gesehen, glaub mir!“
„Josie … ich … das ist mir alles fremd. Noch nie habe ich … ich meine …, so was macht man in den USA nicht! Da durfte mir mein Papa nicht mal die Hose aufmachen, wenn ich als kleines Kind aufs Klo musste. Die hätten den sofort eingesperrt! Oben ohne ist an den meisten Stränden verboten … und … na ja … mein Exfreund wollte immer, dass das Licht ausgemacht wurde, wenn wir …! Ich schäme mich so für meinen Körper!“
So was in der Art dachte ich mir schon. Das es so schlimm um sie stand, allerdings nicht. Ich ließ sie einfach stehen, verzichtete auf einen Kommentar. Bei so einem schweren Fall half nur Schocktherapie.
Ich brauchte etwa eine halbe Minute, bis meine Jeans auf dem Boden lag. Eine weitere Hälfte, um mein Shirt in die Ecke fliegen zu lassen, und noch eine, um mich meiner Unterwäsche zu entledigen.
Shiva stand da, wollte schamhaft zu Seite oder nach unten sehen.
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