Denn die Gestalt, die sich da mitten in der beginnenden Nacht vorsichtig über die holperige Lehmpiste bewegte, war durchaus ansehnlich. Die helle Haut ließ die Bewegung der schlanken, geraden Gliedmaßen wie ein Lichtspiel erscheinen, und das leichte Gewebe des nassen Trägertop hatte sich so eng an Jocelyns Oberkörper geschmiegt, dass die Konturen ihrer festen und wohlgeformten Brüste sich deutlich darunter abzeichneten. Der knappe Tangaslip war dank der Nässe ohnehin fast unsichtbar zwischen ihren Schenkeln verschwunden. Sie sah aus, wie eine zweibeinige Gazelle, die sich allerdings nur sehr vorsichtig bewegte.
Wie in Trance stolperte Jocelyn vorwärts, die schmerzenden Füße ließen nur ein langsames Tempo zu. Aber sie begann Hoffnung zu schöpfen, denn die Landschaft veränderte sich. Sie wirkte plötzlich geordneter, wie ein riesiger Garten. Und dann sah sie in der Ferne das Haus. Mit letzter Kraft beschleunigte sie ihren Schritt. Es war ein mächtiger Bau, der sich da vor ihr in der Dunkelheit abzeichnete. Ein zweistöckiges Herrenhaus, das Dach ruhte auf, für die Kolonialzeit typischen, hohen Säulen vor der Fassade. Und jetzt sah sie endlich auch schwaches Licht in den Fenstern, sie war gerettet!
Mit zitternden Händen versuchte sie, die schwere Flügeltür zu öffnen. Aber ihre Kraft reichte nicht. Verzweifelt wollte sie klopfen, dann sah sie den Hebel für ein Läutewerk. Scheppernd schlug eine bronzene Glocke an. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, dann wurde die Tür endlich geöffnet.
Ein älterer Mann in einem Uniform-ähnlichen Anzug stand mit strenger Miene vor ihr: "This is a private House, for Members only, we are not open to the public!" Jocelyn war verzweifelt, ihre Stimme brach fast, als sie in flehendem Ton um Rettung bat: "It's an emergency, I desperately need help!" Dass diese junge Frau Hilfe brauchte, daran hatte auch der streng dreinblickende Mr.Singh keinen Zweifel.
Ein afrikanischer Albtraum – Teil 1
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Ein afrikanischer Albtraum – Teil 1
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