Der aus Indien stammende Hausmanager hatte die hoffnungslose Lage seines Gegenübers natürlich vom ersten Moment an erkannt. Aber er sah überhaupt keinen Grund, es dieser halbnackten Weißen all zu leicht zu machen.
Er ließ sie ganz bewusst noch einen Moment warten, bevor er ihr endlich den Weg in die, von zahllosen Kerzen erleuchtete, Lobby des Hauses freigab. Mit einem knappen "Wait here", ließ er sie vor einem schweren Mahagoni-Pult stehen. Sie sah sich verstohlen um. Das Haus strahlte Wohlstand und Vornehmheit aus. Von der geräumigen Eingangshalle führte eine geschwungene breite Treppe ins Obergeschoss. Aus dem Seitenflügel rechts von ihr ertönte leise Musik und das Stimmengewirr einer angeregt plaudernden und größeren Gesellschaft.
Der Manager trat hinter das Pult. "Ma'am, wie schon gesagt, dies ist kein öffentliches Hotel und alle unsere Zimmer sind von unseren Mitgliedern belegt. Ich kann ihnen keine Unterkunft anbieten. Wo kommen sie überhaupt her?" "Ichwar auf dem Weg zum Flughafen ... mein Wagen hatte einen Unfall ... ich kann doch nicht so ... sie müssen ... lassen sie mich telefonieren", ihre Stimme war vor Panik schrill geworden, die Sätze kamen vollkommen unkoordiniert aus ihrem Mund, aber auf den indischen Manager machten sie keinen besonderen Eindruck. "Das Unwetter hat alle Netze zusammenbrechen lassen, es gibt weder Strom, wie sie ja selbst sehen können“ - er zeigte auf die Kerzen - „noch Telefon oder Internetverbindungen.“ „Bitte Sir, ich flehe sie an, ich brauche ihre Hilfe, so ...”, sie sah an sich herab, ”so kann ich doch nicht weiter”. Daran konnte allerdings kaum ein Zweifel bestehen. Die spärlichen Überreste ihrer Kleidung waren vom Regen durchweicht und durchsichtig geworden und das helle Gewebe, ebenso wie ihre zarte Haut, mit Elefantenmist verschmiert.
”Ich vermute, sie haben weder Gepäck noch Papiere bei sich? Woher weiß ich denn, dass ich Ihnen trauen kann?
Ein afrikanischer Albtraum – Teil 1
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Ein afrikanischer Albtraum – Teil 1
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