Oft denke ich an dich und deinen Mann und ich hoffe, ihr seid glücklich. Meine Eltern werden den Brief bei dir einwerfen und ihr werdet nie erfahren, wo ich jetzt bin. Ich wollte mich mit diesen Zeilen nur noch einmal bei dir bedanken und bitte dich, ihm nichts von dem Kind zu sagen, wenn er es nicht schon ahnt. Er hat keine Verpflichtungen, weil es allein mein Wunsch war und wir ihn mehr oder weniger ausgetrickst haben.
Es war alles gut so, wie es gewesen ist und ich bereue nichts außer zwei Dingen:
Einmal, dass ich dir vielleicht wehgetan habe und ich hoffe, du kannst mir verzeihen.
Und zum zweiten, das ich ihn ohne ein weiteres Wort fortgeschickt habe. Ich würde immer noch zu gerne wissen, wie ihn mein Abschiedsgeschenk gefallen hat.
Aber, was geschehen ist, ist geschehen und in diesem Sinne wünsche ich euch alles Gute,
Eure Ariane
PS: Auf dem beiliegenden Bild siehst du unsere glückliche Familie.
Mit zitternden Händen ließ ich das Blatt sinken und blickt Gina in die Augen. Wortlos reichte sie mir das Bild, was ich vor Aufregung fast fallen ließ. Meine geliebte rothaarige Schönheit blickte lächelnd auf das Kind in ihren Armen und der attraktive Mann neben ihr, umfing die beiden mit einem liebevollen Blick.
Gina ließ mir Zeit, und erst als ich, immer noch verstört, Brief und Bild sinken ließ, sprach sie mich an:
„Hätte ich es doch verheimlichen sollen?“
„Nein, ich muss das aber erst mal verarbeiten. Mein erster Impuls ist, Angst und Ratlosigkeit. Ich habe das Gefühl, ich muss mich jetzt kümmern, weiß aber, dass sie es nicht will.“
„Ja, deswegen will sie auch nicht, dass wir erfahren, wo sie jetzt lebt. Hast du es nach dieser Nacht geahnt?“
„Am Anfang nicht, da konnte ich mir auf all das keinen Reim machen. Später schien es mir die einzig logische Erklärung, ich habe mich aber nie getraut, dich danach zu fragen. Und wie ist das bei dir, hast du mich wirklich in dem Wissen darum, hingeschickt?“
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