Susi bekam glücklicherweise von alldem nichts mit und zog bald zu ihrem Freund, was es uns leichter machte. Meine Wohnung gaben wir kurz nach diesen Ereignissen auf und die Scheidung verlief auch ohne weitere Probleme. Von da an wieder frei, fragte Gina immer öfter, wann wir denn heiraten wollten. Ich zögerte es noch fast eineinhalb Jahre hinaus und kurz vor dem gesetzten Termin, mischte ein Ereignis unser Leben wieder einmal auf.
An einem Samstagmorgen kam ich mit frischen Brötchen vom Bäcker und fand im Briefkasten einen Brief an Gina, ohne Briefmarke und Absender. Mit den Brötchen legte ich ihn auf den Tisch, goss Kaffee eine und langte herzhaft zu. Gina öffnete den Brief und wurde still, was ich gar nicht gleich beachtete. Als sie mich aber sinnend über das Blatt Papier hinweg ansah, ahnte ich, dass es etwas Wichtiges sein musste und fragte:
„Gibt es Probleme?“
„Nein, dass nicht, ich hatte nur nicht erwarte, dass ich es jemals erfahren würde und schon fast vergessen.“
Sie zögerte einen Moment, reichte mir den Brief dann aber mit den Worten:
„Ich soll es dir eigentlich nicht verraten, aber ich bin der Meinung, du hast ein Recht es zu erfahren.“
Leicht beunruhigt nahm ich das Blatt und schon nach wenigen Zeilen, stockte mein Herzschlag.
Liebe Gina,
mir geht es, dank deiner Hilfe, sehr gut. Ich konnte den Schmerz überwinden, weil ich durch dein Opfer einen Grund gefunden habe, das Leben wieder zu bejahen. Schon in der Nacht mit ihm habe ich gespürt, dass mein Wunsch in Erfüllung ging und ich habe jetzt einen gesunden Sohn, der mich mit seinen Augen ansieht. Mein Sehnen wurde erfüllt und das Kind trägt mich durch mein weiteres Leben.
Ich habe hier jetzt Fuß gefasst und einen fünf Jahre jüngeren Mann gefunden, der mich auf Händen trägt. Er hat ohne Nachfragen das Kind akzeptiert und ist ihm ein guter Vater. Ein weiteres Kind mit ihm ist in Planung.
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