Ein umgekehrtes Arrangement

Ein Butler mit Facetten - Teil 2

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Ein umgekehrtes Arrangement

Ein umgekehrtes Arrangement

Joana Angelides

Natürlich erregten ihn diese Spiele ebenfalls, doch es gehörte zu seinen Prinzipien, sich niemals voll und ganz einzubringen, sondern nur seine Dienste als Liebesdiener, als Butler zu erfüllen. Distanz musste schließlich sein.

Nun folgten wieder die Tage der absoluten Distanz und der dezenten Dienstleistung. Manchmal fing er einen etwas unsicheren, ängstlichen Blick seiner Lady auf, den er jedoch völlig übersah, ihn ignorierte.

Wie jeden Morgen holte er auch heute die Post ab, sortierte sie nach Briefen, Zeitschriften und Reklame und legte sie auf das Beistelltischchen im Frühstückszimmer.

Oh, da war aber auch ein Kuvert an ihn gerichtet, die Schrift kam ihm bekannt vor und er steckte es in sein Jackett.

Nachdem Lady Marian versorgt war ging er auf sein Zimmer und öffnete das Kuvert. Darin befand sich eine Karte von Lady Eliza, einer seiner früheren Arbeitgeberinnen. Er las sie zweimal mit angehobener Augenbraue durch und hielt sie dann ratlos in der Hand. Der Duft, der von der Karte aufstieg, war im vertraut und weckte Erinnerungen in ihm.

Er las sie noch einmal. Hier stand doch tatsächlich Folgendes:

Dear James
,
da Sie uns leider so abrupt verlassen mussten, hatte ich keine Gelegenheit zur Verabschiedung. Es ist überflüssig zu betonen, dass ICH mit ihren Diensten immer sehr zufrieden war und ihre Diskretion und Ihr Einfühlungsvermögen sehr geschätzt habe. Seit Sie nicht mehr da sind, gehen mir gewisse persönliche Erfüllungen sehr ab. Da ich nun erfahren habe, dass Sie eine neue Stelle angetreten haben und auch weiß, bei wem, habe ich mich überwunden an Sie folgende Frage zu richten, da ich annehme, dass sie mit Ihrer neuen Herrin ebenfalls ein Agreement wie mit mir geschlossen haben:

Glauben Sie, dass Ihre neue Herrin einverstanden wäre, wenn ich mich hin und wieder an eventuellen Sessions zu Dritt beteiligen würde? Sie kennen ja meinen kleinen zarten lesbischen Hang und so stelle ich mir eine Menage a Trois eigentlich sehr erfüllend und wunderbar vor. Sollte sich auch eine Session der anderen Art und Praktika (SM) ergeben, umso besser!

Best Greetings, Eliza
P.S.: Ihre Dienste fehlen mir in gewisser Weise

Beim Five-o´Clock Tea bat James Lady Marian, ihr eine Bitte und Frage vorlegen zu dürfen.

„Ja, tun Sie es!“, sie lächelte ihn huldvoll an, während sie die Tasse zum Mund führte.

„Also, bevor ich Ihnen meine Dienste anbieten durfte, war ich in einem ebenfalls sehr vornehmen und distinguierten Hause tätig, das ich nur verlassen musste, weil sich dort die Verhältnisse geändert haben, auf die ich nicht näher eingehen möchte. Wie Sie wissen, ist Diskretion meine Lebensdirektive. Aber mich verband eine gewisse Beziehung zur Dame des Hauses. Lady Eliza, so ist ihr Name, trat nun an mich heran, ob ich es nicht möglich machen kann, dass sie Beide sich näher kennen lernen könnten, wenn sie verstehen, was ich damit andeuten möchte? Wenn Sie es wünschen würde das natürlich nur unter strengen Auflagen und unter größter Diskretion geschehen“, er verbeugte sich leicht und blieb einen Augenblick in gebückter Haltung stehen. Dann richtete er sich wieder auf und goss ihr neuen Tee in die Tasse und trat wieder einen Schritt zurück.

Sie hob die Tasse und führte sie zum Mund, blieb jedoch in der Bewegung stocken und er sah, dass sich Ratlosigkeit auf ihrem Gesicht breitmachte. Sie hatte noch nicht ganz begriffen, was James eigentlich meinte.

„Sie müssen wissen Mylady, diese Dame ist ein sehr gepflegtes und äußerst gefühlsbetontes Wesen, deren größtes Bedürfnis es ist, all ihre Gefühle und Zuneigungen an Freunde und Freundinnen gleichermaßen weiter zu geben. Sie ist auch sehr einfühlsam und im Rahmen der Etikette auch sehr leidenschaftlich“. Er goss wieder etwas Tee nach.

Nach diesen Worten konnte man sehen, dass sie nun endlich begriff, wie das gemeint war und eine leichte Röte überzog ihre Wangen.

„Sie meinen, sie würde gerne an unseren Sessions teilnehmen, so als dritte Partnerin sozusagen?“, ihre großen Augen sahen ihn zweifelnd an.

„Mylady, wenn ich mir erlauben darf, Sie auf die unglaubliche Erweiterung und Befriedigung einer solchen Session aufmerksam zu machen und Ihnen die Vorzüge einer erfahrenen Frau in dieser Hinsicht ans Herz zu legen. Natürlich würde ich immer dabei sein und Ihnen Beiden Hilfestellung leisten. Wir könnten das ja einmal probieren und wenn es Mylady nicht zusagt, dann brechen wir ab und sprechen nie wieder darüber!“ Er sah sie nun erwartungsvoll an und richtete seinen Blick direkt auf ihr Gesicht, was sehr selten vorkam.

Sie führte die Tasse nun endgültig zum Mund und trank langsam den schon lauwarmen Tee. Man konnte sehen, dass sie überlegte und ihre Neugier siegte offenbar.

Naja, warum nicht! Sie hatte noch nie mit einer Frau….

Lady Marian erwiderte nun ebenfalls seinen direkten Blick.

„Wenn Sie meinen, dass dies eine schöne Erfahrung sein könnte, dann laden Sie sie doch zu unserem nächsten Termin dazu ein. Ich habe aber nur eine Bedingung, ich will, dass wir beide Masken tragen, uns nicht zu erkennen geben. Es könnte ja sein, dass wir uns irgendwann in Gesellschaft wieder treffen und das wäre schließlich peinlich.“ Sie legte die Serviette auf den Tisch, erhob sich und verließ den Raum.

Er räumte den Tisch ab und begab sich in sein Zimmer um Lady Eliza zu antworten.

Mylady, Dear Eliza!

Ich darf Sie doch nach all den wunderbaren Monaten, in denen Sie meine Sklavin und ich ihr Diener war, so nennen?

Ich habe ihr kleines Kärtchen erhalten und mit Freude festgestellt, dass Sie meine Dienste vermissen. Da ich ja leider von Ihrem Gatten auf Verdacht hin gekündigt wurde, musste ich das Haus übereilt verlassen. Ich habe ihre fallweise Untertänigkeit ebenfalls sehr vermisst und habe mich nun bemüht mit meiner jetzigen Herrin ein Übereinkommen für ein ebenfalls erbauliches Arrangement zu schließen. Doch fehlt in dieser Beziehung jene Hingabe und Leidenschaft, die Sie entwickelt haben.

Sie ist nun, wie Sie ja schon von unserem Arrangement wissen, ebenfalls zwei Mal in der Woche meine bedingungslose Sklavin und das klappt bisher wunderbar. Wir hatten unsere Anfangsschwierigkeiten, da sie die Züchtigung mit der Gerte anfangs nicht sehr gut vertrug, doch sich letztendlich doch daran gewöhnte und nun den tiefen und intensiven Orgasmus danach ebenfalls sehr schätzt, ist sie gewillt auch hier meinem Ersuchen nach einer Menage a Trois einmal in der Woche nachzugeben, bzw. einen Tag anzuhängen, wenn sie das Gefühl hätte, dass ich sie persönlich vernachlässige. Denn sie liebt auch jenen Teil unseres Arrangements, wo sie sich voll ausleben kann.

Sie hat sich einverstanden erklärt, für Sie an einem dieser Tage ihr Schlafzimmer zu öffnen, doch unter der Bedingung, dass sie beide Masken tragen. Sie will ihr Gesicht nicht zeigen und will auch, dass Ihre im Falle von eintretender Ekstase nicht sehen. Sie will absolute Anonymität. Sie war auch sehr erfreut, dass Sie eine Vorliebe für Fellatio haben. Sie werden sich da gegenseitig ergänzen können und ich werde mich nur fallweise einbringen müssen.

Ich erwarte jedoch wieder ungeteilten Gehorsam und werde jedes Vergehen Ihrerseits gnadenlos bestrafen. Meine Härte und Strenge ist inzwischen sogar noch prägnanter geworden und ich werde sie bis zum ultimativen Erlebnis fordern.

Ich will zusehen, wenn sie Beide sich gegenseitig mit der Zunge befriedigen und zum Orgasmus treiben, jedoch selbst bestimmen, wann sie ihn ausleben dürfen. Ich möchte sie beide gleichzeitig beherrschen, will, dass sie zu meinen Füßen kauern und auf meine Befehle warten.

Wir können aber auch den Spieß umdrehen und ich bin dann der Sklave und erfülle jeden Ihrer Wünsche, wie wir es ja auch schon zelebriert haben.

Ich werde Sie daher in einigen Tagen am Brunnen vor dem Rathaus mit einer geschlossenen Limousine abholen. Selbstverständlich unterlassen Sie es ein Höschen zu tragen, Sie sind im Intimbereich glattrasiert und tragen bereits zwei Brustnippelklemmen, die nur ich Ihnen wieder entfernen darf.

Den genauen Tag werde ich Ihnen noch bekannt geben. Ich werde Sie nach jeder Session, die ca. zwei Stunden dauern wird, selbstverständlich wieder zurückbringen.


Ihr Herr und Gebieter, bzw. ergebenster Butler James

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