Am nächsten Morgen betrat Butler James zur gewohnten Zeit vorsichtig das Schlafzimmer von Lady Marian. Sie lag noch immer im Bett, hatte die dunkle weiche Bettbrille auf den Augen, war jedoch wach.
„Ist es schon Morgen, oder doch noch Nacht?“, fragte sie leise.
„Mylady, es ist die Lerche und nicht die Nachtigall, um Shakespeare zu zitieren. Der Morgen hat uns wieder und somit auch der Alltag!“
„Haben Sie mir das Bad eingelassen? Heute will ich nur Tee zum Frühstück, keinen Toast und….. auch keine Post und kein Telefonat!“ sagte sie.
„Sehr wohl Mylady. Wünschen Sie meine Hilfe im Bad?“ Er nahm an, dass sie sich irgendwie verloren fühlte, dass sie Berührungen brauchte.
Sie zögerte ein wenig mit der Antwort.
„Ja, ich hätte gerne Ihre Hilfe, so eine kleine Massage?“ ihre Stimme klang fragend und zögerlich.
Er ging zu ihr hin, hob ihren leichten Körper einfach auf und trug sie schweigend ins Badezimmer. Sie war ja leicht und zart und da er über hünenhafte Kräfte verfügte, war dies eine leichte Übung. Sie schlang wie hilfesuchend ihre Arme um seinen Hals und legte ihren Kopf an seine Schulter. Sie fühlte sich in seinen Armen so richtig beschützt und gut aufgehoben Und das brauchte sie heute morgens. Ihre Gefühle, ihr Körper und ihre Seele waren in einem aufgewühlten Zustand. Ihr Verstand sagte ihr natürlich, dass sie diese Situation in die sie sich da hineinmanövriert hatte, so rasch als möglich beenden musste, aber ihr Körper schrie nach der Leidenschaft von Sir Edward. Alleine der Gedanke an ihn erregte sie und ließ ihren Unterbauch erzittern. Sein Werben verfolgte sie ja schon sehr lange, doch klammerte sie sich nu im Nachhinein an die Tatsache, dass sie zwar eine verheiratete Frau, aber der Ehemann niemals zuvor so lange abwesend war. Sie gestand sich aber auch ein, dass durch die Einstellung von Butler James da auch Dämme geborsten sind, die sie vorher nicht als solche empfunden hatte.
Es war doch die Lerche
Ein Butler mit Facetten - Teil 7
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Es war doch die Lerche
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