Und schließlich ist da auch noch Hanna Jenssen, oder besser gesagt, sind da sie und ihr Mann Frederik. Die beiden begeisterten Reiter in meinem Alter haben seit Jahren ein Pferd bei uns. Frederik Jenssen ist Däne, aber lebt schon so lange hier, dass er perfekt Deutsch spricht, aber sich seinen schönen skandinavischen Akzent bewahrt hat. Er ist ein typischer Nordeuropäer, so groß gewachsen wie ich, schlank, mit sportlicher Figur, heller Haut und blonden Haaren. Seine Frau hingegen ist Deutsche und eine echte Rothaarige. Ihr lockiges und mehr als schulterlanges Haar umrahmt das schöne Gesicht mit dem blassen Teint und den süßen Sommersprossen. Dazu hat sie eine nicht zu üppige, aber vielleicht gerade deswegen ausgesprochen weibliche Figur, die sie zwar nicht zur Schau stellt, aber auch nicht versteckt. Hanna Jenssen ist ein echter Hingucker, doch andere Männer haben bei ihr keine Chance, denn sie und ihr Mann sind verliebt wie am ersten Tag, und so eng, dass kein Blatt zwischen sie passt. Die beiden sind ansteckend sympathisch, wie ich es immer nenne, und deshalb unterhalte ich mich immer wieder gerne mit ihnen.
So ist es auch an jenem Freitagnachmittag im Juli, als die beiden fragen, ob ich nicht ein Viertelstündchen Zeit für sie hätte. Bereits eine halbe Stunde später sitzen wir gemütlich am Besprechungstisch in meinem Büro. Beide scheinen irgendwie angespannt zu sein.
„Wissen Sie, Thomas, wir haben eine Frage an Sie, oder besser gesagt, ein Anliegen“, beginnt Frederik, und mir wird wieder bewusst, dass er, außer meiner Mutter, der Einzige ist, der mich Thomas nennt, und nicht Tom, wie sonst alle. „Wir wissen, offen gestanden, nicht, wie wir das Ganze umschreiben sollen, deshalb fallen wir gleich mit der Tür ins Haus, und hoffen, dass wir Ihnen nicht zu nahe treten oder Sie schockieren“, fährt er nach kurzem Zögern fort.
Ein Ehepaar mit Extras
Auf dem Reiterhof - Teil 5
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