Ein Einbruch mit Folgen

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Ein Einbruch mit Folgen

Ein Einbruch mit Folgen

Emil Lorenz

Mein T-Shirt hatte ich längst ausgezogen und es in die kleine Stofftasche gepackt, in der auch mein Strandtuch und meine Espandrillos waren. So langsam füllte sich auch der Strand mit den obligatorischen Strandgängern. Mein Ziel war eine kleine Bucht in einigen Kilometern Entfernung. Da wurden die Menschen weniger, weil das letzte Hotel dann schon nur noch als kleiner Punkt am Strand zu erkennen war. Ich dachte an meine nächtliche Besucherin. Oder sollte ich sagen an die schönste Einbrecherin, die man sich vorstellen konnte? Ich musste wieder grinsen. Was für eine Dreistigkeit. Und was für eine Blödheit von mir. Schwanzgesteuert eben. Wenn dich eine Frau an den Eiern hat, wird man willenlos. Anders kann man das nicht beschreiben. Kurz nach halb eins hatte ich meine Bucht erreicht. Sie war links und rechts von hohen Felsen eingerahmt. Der Strand war hier so 300 bis 400 Meter lang und es zog sich eine längere Düne zwischen den Felsen hinauf. Auf halber Höhe hatten fleißige Baumeister kleine halbrunde Mäuerchen errichtet. Alle so im Anstand von 10 bis 15 Metern. Das schützte vor Wind und vor neugierigen Blicken. Ideal um sich die Sonne auf den ganzen Körper scheinen zu lassen. Jetzt kam es nur noch darauf an, dass nicht alle „Behausungen“ belegt waren. Aber ich hatte Glück. Ich hatte mir eines in der Mitte ausgespäht. Es war nicht so groß wie die anderen, aber etwas höher. Damit gab es auch etwas mehr Schatten. Ich liebte die Sonne, aber ich genoss es auch mich mal eine kurze Zeit in den Schatten zu legen. Ich kletterte die letzten Meter hinauf und nahm mein kleines Reich in Besitz. Der Sichtschutz links neben mir schien noch leer zu sein, der rechte war offensichtlich belegt. Ein Handtuch war zum Trocknen über das Steinmäuerchen gelegt. Das besondere an meiner Mauer war, dass in einer der unteren Steinreihen einige Sichtlöcher frei gelassen wurden, sodass man freie Sicht auf den Strand und die Umgebung hatte.

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