Sie musste höllisch aufpassen, dass sie nicht laut zu stöhnen begann. Immerhin war die Kabine neben ihr besetzt. Gloria beherrschte sich, so gut es ging, und stopfte sich Toilettenpapier ins Höschen, damit nicht am Ende noch irgendjemand einen Feuchtigkeitsfleck in ihrer Hose bemerkte … man wusste ja nie.
Eine Viertelstunde verwöhnte sich Gloria ausgiebig auf der Toilette, geriet immer wieder aufs Neue in heftige Erregung beim Anblick und beim Erspüren von Ninas Strumpfhose an Beinen und Hüften. Sie machte noch schnell ein paar Fotos, die sie Nina per WhatsApp schickte. Dann musste sie wieder zurück zum Seminar.
Auch dessen zweiter Teil zog sich zäh hin wie Kaugummi. Noch 90 Minuten bis zwölf. Noch 85. Noch 75. Es nahm kein Ende. Was Nina wohl gerade machte? Vergnügte sie sich mit den Klamotten in ihrem Kleiderschrank? Die hatte es gut!
Elf Uhr. Noch 60 Minuten Höllenqual. Gloria fiel es immer schwerer, den Ausführungen des Referenten noch zu folgen. Sie musste unendlich viel Energie aufbringen, so zu tun als ob, während sie beim Gedanken an Nina, ihre Strumpfhose und den gestrigen Abend einen wohligen Schauer nach dem anderen durchlebte. „…Nicht wahr, Frau Rottmannsdörfer?“ Mist, dem Referenten musste aufgefallen sein, wie entrückt sie dreinschaute, und hatte sie gezielt angesprochen. Gloria lief rot an vor Scham und nickte, verlegen lächelnd. Die Kollegen amüsierten sich sichtlich. Na, da würde sie am Montag etwas zu hören bekommen! Sie durfte von nun an einfach nicht mehr an Nina denken. Sie musste sich ablenken.
Wer war denn sonst noch zugegen? Jetzt, wo sie ja auf dem besten Wege war, lesbisch zu werden oder zumindest „bi“, versuchte sie herauszufinden, welche der Frauen im Raum ihr wohl gefallen könnte.
Ein Entspannungsbad und seine Folgen
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Ein Entspannungsbad und seine Folgen
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