Gloria zog Ninas Strumpfhose behutsam aus, und als sie sie in Händen hielt, schnüffelte sie hingebungsvoll am Zwickel, an dem sich der Duft von Ninas Scheidensekret breitgemacht hatte. Nina ihrerseits schälte Gloria aus ihrer Strumpfhose aus, und beide begannen sich wieder anzuziehen. Jetzt wusste Nina auch, warum Gloria sie nach ihrem Parfum gefragt hatte. Sie wollte Hanna gegenüber kein Misstrauen erwecken. Hätte diese bei ihrer Liebespartnerin ein Parfum wahrgenommen, das sie an ihr gar nicht kannte, wäre sie sicherlich stutzig geworden. So aber bestand keine Gefahr. Heute abend, wenn sie nach Hause kommen würde, würde Hanna an Gloria nicht nur die gleiche Falke Seidenmatt 40 wahrnehmen, wie sie sie morgens getragen hatte, sondern auch Glorias gewohntes Parfum. Ganz schön clever, dachte Nina.
Sie verließ die Toilette als erste. Gloria würde einige Minuten später folgen, damit es nicht zu sehr auffiel. Erleichtert stellte Nina fest, dass weder ihre fast 15-minütige Abwesenheit aufgefallen war, noch hatte offenbar jemand ihr Orgasmus-Gestöhne mitbekommen. Niemand schaute Nina scheel an, alle Bediensteten und Gäste kümmerten sich alleine um ihre Arbeit und ihre Gespräche, niemand interessierte sich sonderlich für sie. Nur Ninas Kaffee war inzwischen natürlich kalt geworden.
Kurz danach kehrte auch Gloria in den Gastraum zurück, Nina verschwörerisch anlächelnd und mit einem total glücklichen und entspannten Gesichtsausdruck. Kein Wunder, war doch gerade ihr sehnlichster Wunsch in Erfüllung gegangen: nach langer Zeit mal wieder mit Nina intim geworden zu sein und sogar mit ihr die Strumpfhose getauscht zu haben. Sie freute sich schon darauf, gleich zu Hause Hose und Schuhe auszuziehen und in Ninas Strumpfhose, darüber nur einen bequemen Strickpulli, den Rest des Tages zu verbringen, immer wieder an dieses wunderbare Treffen zurückdenkend und beim Gedanken an Ninas Strumpfhose an ihren Beinen wohlig erschauernd.
Und das schönste war: Hanna würde nichts mitbekommen und keinen Verdacht schöpfen können. Sie beglückwünschte sich für die geniale Idee, sich mit Nina bezüglich der Wahl der Strumpfhosen und des Parfums abgesprochen zu haben.
Leider war das auch notwendig so. Anders ging es nicht. Hanna schaute jeden Morgen zu, wenn Gloria sich ankleidete. Sie hatte sich inzwischen angewöhnt, zuhause nach Feierabend täglich Glorias am Tag zuvor getragene Strumpfhose anzuziehen (das machte sie so richtig heiß) und darüber dann ihre weite Loungehose und Socken zu tragen, auf dass Gloria sie anschließend nach allen Regeln der Kunst „auspacken“ konnte. Sie kannte also mittlerweile jede von Glorias Strumpfhosen und wäre sehr misstrauisch geworden, hätte diese abends eine andere getragen als morgens. Hätte Gloria den Wechsel mit einer Laufmasche erklärt, hätte Hanna verlangt, dass Gloria ihr die kaputte Strumpfhose aushändigte, denn eine Laufmasche in Glorias Strumpfhose machte sie noch um einiges heißer. So aber konnte nun wirklich nichts schiefgehen.
Die beiden Frauen plauderten noch eine Weile angeregt und von Glück berauscht miteinander, dabei immer wieder frivole Blicke und anzügliche Anmerkungen austauschend. Beide wussten: von nun an würden sie sich regelmäßig zu solchen geheimen Rendezvous verabreden. Das Verlangen, das sie beide für die jeweils andere empfanden, war so stark, die Leidenschaft so wild, dass sie sich von nun an einfach die Freiheit nehmen würden, sich von zu Zeit zu Zeit zu treffen und sich zu lieben.
Ein geheimes Rendezvous
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Ein geheimes Rendezvous
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