Ein geheimes Rendezvous

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Ein geheimes Rendezvous

Ein geheimes Rendezvous

Erwin G. Burmeister

So kam es, dass sie bald kaum noch zusammen mit Gloria das Haus verließ aus Angst, andere Frauen oder womöglich gar Männer könnten Gloria ihr abspenstig machen, so dass sie sie am Ende verlieren könnte. Doch dazu gab es keinerlei Grund. Gloria liebte Hanna abgöttisch und wäre wohl nie auf den Gedanken gekommen fremdzugehen. Oder vielleicht doch?
Mit der Zeit tauchte ihre beste Freundin Nina in Glorias Gedanken immer häufiger auf. Die Erinnerungen an ihr wunderbares Stelldichein an jenem Wochenende vor ein paar Monaten kamen immer wieder in ihr hoch, und sie musste sich eingestehen, dass sie von Nina immer noch fasziniert war. Aus ihrer besten Freundin war eine faszinierende Traumfrau mit erotischer Ausstrahlung geworden. Immer wieder durchströmten sie wohlige Schauer, wenn sie an sie dachte. Sicherlich war Nina glücklich in ihrer Beziehung mit Lutz; die beiden Frauen hatten in letzter Zeit nur recht oberflächliche Textnachrichten miteinander ausgetauscht. Wie gerne würde sie Nina trotzdem noch einmal sehen, sich einfach nur mal mit ihr treffen! Aber das war fast unmöglich, Hanna würde selbst ein harmloses Treffen der beiden nicht tolerieren. Mit Sicherheit würde sie Wind davon bekommen und ihr eine fürchterliche Szene machen, sobald sie es herausgefunden hatte.
Andererseits: Gloria arbeitete ja nun tagsüber von zuhause aus, während Hanna in der Kanzlei ihrer Arbeit nachging. Wenn sie sich nun morgens oder mittags irgendwo an einem neutralen Ort, vielleicht in einem Bistro, mit Nina traf, was würde da schon schiefgehen können? Ein solches Treffen würde sicherlich nicht allzulange dauern, und danach hatte sie immer noch viel Zeit, eventuelle verräterische Spuren zu verwischen, bis Hanna am Nachmittag nach Hause kam.

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