Ein geheimes Rendezvous

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Ein geheimes Rendezvous

Ein geheimes Rendezvous

Erwin G. Burmeister

Es dauerte nicht lange, da zog Hanna in Glorias Wohnung ein. Von da an verbrachten die beiden praktisch ihre ganze freie Zeit gemeinsam. Sie waren fast immer gemeinsam zuhause und verließen die Wohnung nur zum Arbeiten, zum Einkaufen und zu gelegentlichen Einladungen bei Freunden oder hin und wieder einem Spaziergang am Wochenende.
Dann, nach nur wenigen Monaten, fanden sie ein gemütliches kleines Häuschen abseits der Stadt in einer ruhigen Wohngegend, das sie zu ihrem vollkommenen Liebesnest machten. Gloria hatte inzwischen die Erlaubnis bekommen, grundsätzlich von zuhause aus zu arbeiten; nur hin und wieder einmal musste sie für ein paar Stunden oder einen ganzen Tag die Kanzlei aufsuchen. Das kam ihr sehr entgegen, denn sie liebte es über alles, es sich daheim gemütlich zu machen. Dennoch legte sie Wert darauf, stets korrekt gekleidet ihrer Arbeit nachzugehen und sich so schick anzuziehen, als arbeite sie nach wie vor in der Kanzlei. Nur auf Schuhe verzichtete Gloria und lief den kompletten Tag daheim auf Strümpfen herum.
Hanna hatte sich anfangs über diese Marotte lustig gemacht, wusste es aber bald zu schätzen, dass sie nachmittags, wenn sie nach Hause kam, auf eine unwiderstehlich weiblich-erotisch gekleidete Gloria traf, deren wunderbare Nylonfüße sie dann erst einmal nach Lust und Laune liebkosen konnte, um sie dann nach und nach zu entkleiden und sich dem wilden Liebesspiel mit ihr hinzugeben.
Doch so sehr Gloria sich darüber freute, dass Hanna und sie so eine wunderbare, erotisch erfüllte Beziehung miteinander führten und sie so viel Zeit miteinander verbringen konnten, so sehr fühlte sie sich bald eingeengt. Denn Hanna war keineswegs ein einfacher Mensch. Ihre selbstbewusste Art schlug manchmal regelrecht ins Dominante, Herrische um, und zudem entwickelte sie eine ausgeprägte Eifersucht.

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