Ein gelungener Plan

9 12-20 Minuten 0 Kommentare
Ein gelungener Plan

Ein gelungener Plan

Alnonymus

So wie es ist, ist es doch wunderschön. … Außerdem ist es doch wohl ein riesiger Vertrauensbeweis, wenn du einfach so in meinen Armen einschläfst“, beruhige ich sie, während ich sanft ihr Gesicht und ihren Hals streichle. „Außerdem bin ich auch gleich eingeschlafen. … Es war ja auch ein anstrengender Tag, der lange Strandspaziergang, und vor allem der ausdauernde, lustvolle Sex mit dir“, ergänze ich breit grinsend. „Soso, dann willst du jetzt etwa nicht mehr mit mir auf Tour durch die Bars der Stadt?“ grinst sie keck zurück. „Nie im Leben“, schüttle ich den Kopf, „du etwa?“ Nun schüttelt auch meine Geliebte den Kopf. Ich weiß nicht, wie oft wir in dieser Nacht noch miteinander vögeln. Nein, wir vögeln nicht einfach nur miteinander, wir lieben uns mit jeder Faser unserer Körper. Erst weit nach Mitternacht gleiten wir erschöpft, aber zutiefst befriedigt ins Reich der Träume.

Natürlich verbringen wir nicht nur die Nächte zusammen, sondern auch die Tage. Entweder machen wir es uns am Strand gemütlich, oder entdecken gemeinsam die Insel. Bei unseren Touren begleiten uns gelegentlich auch Hanna und Silke, was immer eine lustige Abwechslung ist. Mit Robert rede ich lediglich das Notwendigste. Nur nach der Landung in Deutschland wende ich mich noch mal an ihn. „Bitte grüße deine Frau von mir“, gebe ich ihm mit auf den Weg, „und sag ihr, dass ich mich bei ihr dafür bedanke, dass sie dich rausgeworfen hat, denn sonst hätte ich meine Rosemarie nie kennengelernt.“ Wortlos dreht er sich um und geht.

Dafür sehe ich Rosi umso öfter, denn wir wollen es unbedingt auch im richtigen Leben miteinander probieren. Die Wochenenden verbringen wir entweder bei ihr oder bei mir, doch meist ist die Sehnsucht so groß, dass wir uns auch in der Woche noch mal treffen. Wir sind unglaublich glücklich, doch ich habe auch Angst, denn alle meine bisherigen Beziehungen sind an der Kinderfrage zerbrochen. „Jetzt ist aber mal Schluss“, meint meine Liebste irgendwann bestimmt, „natürlich habe ich es mir schon vorstellen können, mal ein Kind zu haben, aber so sehr ich auch immer wieder in mich hineinhöre, ich verspüre einfach keinen drängenden Vermehrungswunsch. … Ich glaube nämlich, man kann auch ohne Kinder sehr glücklich sein, zumal wenn man einen so wunderbaren Mann an seiner Seite hat.“ Damit ist das Thema erledigt.

Weil uns die ewige Pendelei auf die Nerven geht, haben wir diese Woche beide Urlaub gehabt, um Rosis Umzug über die Bühne zu bringen. Meine geräumige Dreizimmerwohnung bietet schließlich ausreichend Platz für uns beide. Morgen werde ich meine Liebste zu einem üppigen Frühstücksbuffet einladen, das ein hiesiges Tagungshotel auch für Nicht-Gäste anbietet. Schließlich ist es der erste Jahrestag, des Frühstücks, mit dem unser Glück begonnen hat. Wir werden morgen zwar keinen Blick auf das Meer haben, dafür werden wir mit Sicherheit noch einige Details unserer anstehenden Hochzeit planen, die in einem halben Jahr stattfinden wird. Wir sind uns einig, dass es eine kleine, aber feine Feier nur mit der Familie und den engsten Freunden werden soll. Neulich hat Rosemarie nicht ganz ernst vorgeschlagen, wir sollten doch auch Robert und seine Exfrau einladen, schließlich würden wir uns ja nur ihretwegen kennen. Naja, die Peinlichkeit ersparen wir uns wohl besser, zumal ich seit dem Urlaub nichts mehr von ihm gehört habe. Aber vielleicht lasse ich ihm ja ein Foto des glücklichen Brautpaares zukommen. Wer weiß?

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 634

Weitere Geschichten aus dem Zyklus:

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben