Ein Hauch von Kamasutra……..

"Das kleine Teehaus" in Kyoto

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Ein Hauch von Kamasutra……..

Ein Hauch von Kamasutra……..

Joana Angelides

Rote Kreise begannen sich zu drehen und wurden weiß glühend. Langsam ebbte er ab, ich holte tief Luft und ein erstaunter Schrei entwich meiner Kehle. Das war der Moment, wo der zweite Hieb der Gerte kam, mitten in die abklingende Kurve traf und den Schmerz neuerlich auf den Weg schickte. Diesmal war er stärker, kannte den Weg zum Gehirn schon bis in die letzte Nervenzelle, peitschte sie auf, ließ sie rot glühen und tausend Messer in meine Nervenbahnen schicken. Die gesamte Nervenbahn begann zu vibrieren und zu singen wie Drähte unter Strom. Ich spannte meine Muskeln an, starr vor Angst vor dem dritten Hieb und merkte, dass er abwartend hinter mir stand. Offensichtlich wartete er ab, ob das für mich befreiende „Jade“ zu hören ist.

Ich zögerte, wollte es hinausschreien, aber andererseits begann der Schmerz nun abzuebben und eine aufsteigende Erregung, gemischt mit Angst und Lust begann sich auszubreiten. Ob ich noch einen Hieb ertragen würde? Mein Zögern war wohl zu lange, er deutete es als meine Zustimmung und der dritte Hieb fand seinen Weg auf meine nackte Haut.

Hinter meinen Augäpfeln begann das Blut in roten Schleiern zu fließen, zuckende Blitze erhellten das Innere und meine befreienden Schreie gingen nahtlos in leises Wimmern über, und wie der Schmerz das Gehirn durchlaufen hatte und etwas abebbte, kam der vierte, wohl dosierte Schlag. Das Geheimnis liegt offensichtlich daran, den Schmerz der einzelnen Schläge voll wirken zu lassen, sie durch den Körper zu jagen, ihnen Zeit zu lassen, sich auszubreiten, die Wirkungen voll spürbar zu machen, bevor der nächste voll trifft.

Erst wenn die Flammen des Feuers den letzten Schmerz voll wirken und wieder abklingen lassen, dann wird der nächste Schlag zur Vollendung.

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