Ein Hauch von Kamasutra……..

"Das kleine Teehaus" in Kyoto

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Ein Hauch von Kamasutra……..

Ein Hauch von Kamasutra……..

Joana Angelides

Der Schmerz war nur Vorbereitung, ein Öffnen der Empfindungen und zärtliche Hände bereiten nun die nächste Explosion vor, streichen über empfindliche Stellen, verstärken aufkeimende Gefühle, lösen eine ganze Perlenkette an Empfindungen aus.

Der Körper bäumt sich in einem ungeheuren Furioso erneut auf und verglüht.

Es ist die Lust, die uns zu verbrennen scheint.

LUST Sie ist da, sie erfasst den Körper, schüttelt ihn Züngelnde Flammen wirbeln ihn her und hin, wie ein Schwert mäht sie alles nieder immer wieder, immer wieder!

LUST

Erzeugt Hitze, Blitze, wir erzittern, glühen Feuerwerke und Raketen beginnen zu sprühen Jede Berührung lässt uns wohlig erschauern Wir stürmen Berge, Seen, es hebt uns über Mauern.

LUST

Lässt uns rundum schlagen, lautlos schreien und betteln. LUST

Wir wollen Hände spüren und Zungen erleben Wollen in wohligen Schauern erbeben Wenn uns der süße Tod überrollt, atemlos Wollen wir es erleben. Hemmungslos In Sinnen ertrinken, genießen, genießen Und diese brennende Qual nie mehr missen.

LUST

Und es wird uns plötzlich bewusst Wir können nicht mehr leben ohne sie, der LUST

Es war vorbei.

Ich lag noch eine Weile in völliger Starre auf dem Bett, spürte kaum, dass meine Arme und Beine von den Schlaufen befreit wurden und eines der Mädchen meinen Rücken und Po mit mildernden Ölen sanft einrieb, mir dann in meinen Kimono half und ich wieder in mein Zimmer zurückgebracht wurde.

Mein Rücken und mein Po spürten einen langsam vergehenden Schmerz, in dieser Nacht schlief ich auf dem Bauch und hatte wirre Träume von dunklen Pavillons, Feuer speienden Drachen und schwimmenden Lotusblumen. Es war ein elementares Erlebnis, das ich wahrscheinlich nicht wiederholen werde; nahm ich mir vor. Aber das Leben ist ja von Vorsätzen gepflastert, die nicht immer gehalten werden.

Heimfahrt angesagt

Beim Frühstück vor meiner Heimfahrt, das ich auf der Terrasse neben dem Pool einnahm, beobachtete ich Tanaka, wie er langsam durch die Lobby auf seine Massage-Räume zuging. Ich ertappte mich dabei, wie ich überlegte, ob er der Mann gestern Abend mit der Gerte war?

Es war aber gut, dass ich es nicht wusste. Könnte ich ihm denn je wieder so unbefangen gegenübertreten, wie es sonst immer geschah. Ich hatte in der vergangenen Nacht meinen intimsten Gefühlen und meiner ungebändigten Lust freien Lauf gelassen und das würde immer wieder zwischen uns im Raum stehen.

Und so bleibt der geheimnisvolle Mann eben im Dunkel.

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