Und wir waren drinnen. Es war klar, dass uns niemand stören würde, jedenfalls nicht, solange der Film lief. Dass es sich dabei um den fast schon pornografischen Streifen „9 Songs“ handelte, tat sein Übriges. Genauso wie die Tatsache, dass wir in diesem Urlaub (den wir dummerweise gemeinsam mit meinen Eltern im Wohnmobil verbrachten) sonst kaum Gelegenheit zum Sex hatten.
Vor ein paar Wochen, beim sonntäglichen Frühstück, kamen wir wieder auf das Thema zu sprechen. „Ich weiß, ich gehe dir damit auf die Nerven, aber ich wünsche mir das wirklich so sehr“, sagte Cem und schob den Teller, auf dem noch der Rest eines inzwischen trocken gewordenen Toasts lag, zur Seite. „Und wenn ich dir garantiere, dass uns niemand überraschen wird? Wenn ich dafür sorge, dass es so sicher ist, wie zu Hause im Bett? Nur, dass wir es halt draußen tun, in der Natur, wie Adam und Eva. Nur wir beide, du und ich, und über uns nichts als der Himmel?“
„Ich versteh’ nicht, was daran so besonders sein soll“, entgegnete ich. „Warum ist dir das bloß so wichtig?“
„Ich brauche halt Abwechslung“, sagte Cem. „Du weißt, ich liebe Pizza. Aber wenn ich jeden Tag eine essen müsste, würde mir das mit der Zeit aus den Ohren kommen. Irgendwann fände ich selbst die beste Pizza der Welt fade“.
„Soll das heißen, dass du unseren Sex fade findest?“
„Nein, so meine ich das nicht. Ich liebe den Sex mit dir. Aber manchmal fehlt mir halt der Kick. Manchmal wünsche ich mir mehr Abwechslung. Also andere Orte, andere Situationen.“
„Du weißt genau, dass ich ein Problem damit habe, wenn uns andere Leute beobachten könnten.“
„Ja, und deshalb müssen wir das genau planen. Wir müssen nur darauf achten, dass wir nicht gestört werden können. Das heißt, einen Ort wählen, wo uns garantiert niemand erwischen wird.
Ein heißer Tag im Wald
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Ein heißer Tag im Wald
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