Aber nur wenige trifft man im Hochsommer, mitten unter der Woche, wandernd im Pfälzerwald. Perfekte Bedingungen also, um den Angsthasen in mir zu beruhigen.
Gestern waren wir nochmal die Tour durchgegangen, die wir uns vorgenommen hatten: Startpunkt würde der Edeka-Parkplatz in dem kleinen Örtchen Dahn sein. In dem Supermarkt würden wir uns ein wenig Proviant besorgen und dann die Tour auf dem Dahner Rundwanderweg starten. Der führt zunächst durch den Ort, vorbei am Jungfernsprung, wo der Sage nach eine Jungfrau einem Raubritter, der ihr die Unschuld rauben wollte (was auch sonst?), nur durch einen Sprung vom Felsen in den sicher geglaubten Tod entkommen konnte. Angeblich hätten dann aber die vielen Unterröcke, die das Mädchen trug, den Sturz wie ein Fallschirm derart abgebremst, dass die holde Maid unversehrt am Fuße des Felsens ankam. Und an der Stelle, wo sie sanft landete, sei anschließend eine Quelle entsprungen.
Unsere Tour ginge dann weiter in Richtung Burgruine Neudahn, wo wir uns passende Verstecke für unser Vorhaben erhofften, vorbei an einigen markanten Felsformationen, an mit Seerosen bedeckten kleinen Weihern, zu einer Pfälzerwaldhütte, und schließlich zurück nach Dahn. Eine Tour mit viel Abwechslung und zahlreichen, abgeschiedenen Plätzchen.
Abends waren wir dann noch zu unserem Lieblingsitaliener gegangen und nach wagenradgroßen Pizzen und etwas zu viel Primitivo sind wir nur noch müde ins Bett gefallen und sofort eingeschlafen. Cem schnarchte schon, als ich ihm noch einen Gutenachtkuss geben wollte.
So, und jetzt liege ich hier im Bett, hellwach. Es ist noch viel zu früh, um aufzustehen. Die Vögel vor unserem Fenster veranstalten ein ziemliches Spektakel und die Sonne malt helle Lichtpunkte an die Wand gegenüber des Rollladens, der immer ein paar Ritzen geöffnet ist.
Ein heißer Tag im Wald
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Ein heißer Tag im Wald
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