Ein Hoffnungsschimmer

Nach dem großen Sterben - Teil 2

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Ein Hoffnungsschimmer

Ein Hoffnungsschimmer

Reinhard Baer

Wer glaubt, für mich wäre das Paradies ausgebrochen, der irrt, der irrt sogar ganz gewaltig! Ich stand mächtig unter Stress. Tagelang Ängste und Verwirrung, und nun noch dies. Ich sollte meinen Mann stehen … und der Hund dachte gar nicht daran mitzumachen! Er lag leger auf meinem Bauch, befand sich quasi in ‚freizeitorientierter Schonhaltung‘ und schien dort auch bleiben zu wollen. Große Güte, was würde passieren, wenn der Kerl nicht aufsteht? Noch mehr Schläge?

Inzwischen begann ich zu ahnen, was das hier würde, und was die drei Namen auf der Tafel zu bedeuten hatten. Ich hatte diesen Gedanken gestern schon mal kurz gehabt, aber wieder verworfen, weil sie viel zu absurd erschienen waren. Aber jetzt kam er mir erneut: Hier gab es – warum auch immer – gar keine Männer. Ich war als Zuchtbulle hier, ich sollte gerade vergewaltigt werden!

Die über mir aufragende weiße Frau, vermutlich hieß sie ‚Kara‘, sah gar nicht so schlecht aus, hochgewachsen, sympathisches Gesicht, wache hellblaue Augen, schön geschwungene und volle Lippen … mehr sah ich nicht von ihr. Alles Weitere von ihr war in diesem hochgeschlossenen weißen Kleid verpackt. Was allerdings auffiel, war, dass sie ausdrucklos gegen die Wand schaute, den Blick auf unendlich fokussiert, während sie auf mir hin und her schubberte. Ich schaute zu meinen Lenden, sah aber nichts, denn der Kleidersaum verdeckte alles. Vermutlich verlangte das Ritual dieses freudlose Rumgeruckel. Vermutlich stand sie genauso unter Stress wie ich. Auch von ihr wurde ein, im Grunde animalischer Deckakt verlangt. Und das Ganze noch im Beisein von drei Zeugen! Da fühlt man sich natürlich ganz besonders wohl.

Ich spürte, dass mein Docht inzwischen genau in ihrer Spalte lag, und sie gut geschmiert war … wenigstens etwas! Jetzt musste sie IHN nur noch zum Leben erwecken.

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