Ein Hoffnungsschimmer

Nach dem großen Sterben - Teil 2

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Ein Hoffnungsschimmer

Ein Hoffnungsschimmer

Reinhard Baer


Und tatsächlich lösten sich aus dem Schatten der Häuser ein paar Menschen, um zu sehen, wer da kam. Ich hatte wie immer eine Hand am entsicherten Colt und auch das Gewehrholster am Sattel geöffnet, vorbreitet zum schnellen Ziehen der Winchester. Einige der Gestalten wollten betteln, einige tauschen.

Susan, so nannte sie sich zumindest, wollte ihren Körper verkaufen. Sie sah nicht gerade wie das blühende Leben aus, obwohl sie vor der Apokalypse bestimmt mal eine schöne Frau gewesen war. Mangelhafte Ernährung und medizinische Versorgung sowie die Lebensumstände hatten sie gezeichnet. Warum eigentlich nicht, dachte ich, die Tiere versorge ich später.
Zu der Frau, die sich Susan nannte, sagte ich „O.k., hoch mit dir“ und half ihr aufs Pferd.
Sie zögerte nicht eine Sekunde. Ihr war vollkommen klar, dass wir es nicht in Petrolia tun konnten, denn in der Zeit, in der ich mit ihr auf dem Zimmer verschwunden wäre, hätte die verkommene Mistbande meine Vorräte, mein Pferd und mein Maultier geklaut. Deshalb ritten wir raus ins Grüne. Ich suchte nach einem Ort an den man sich von keiner Seite unbemerkt anpirschen konnte, weder Menschen noch ‚Donalds‘.

Während des Ritts umfasste sie mich, schmiegte sich an meinen Rücken, drückte ihre Brüste an mich, versuchte sich schon mal von ihrer besten Seite zu zeigen. Wenigstens riecht sie gut, dachte ich, denn mit der Hygiene nahmen es in der Neuen Zeit auch nicht mehr alle so genau.
Mit einer kleinen Anhöhe 10 Minuten vor der Stadt fand ich den perfekten Ort für ein ungestörtes Schäferstündchen. Rundumsicht von mehr als 1 ½ Meilen garantierte Störungsfreiheit. Die „Preisverhandlungen“ waren schon auf dem Ritt erfolgreich abgeschlossen worden.
So drehte mir Susan direkt nach dem Absitzen den Rücken zu und begann sich auszuziehen. Zuerst kam ihr magerer Oberkörper zum Vorschein. Einzelne Rippen waren erkennbar, ein paar blaue Flecken, ein Tattoo auf der Schulter, eine Rose.

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