Denn wir müssen hier nichts mehr erklären. Und wir müssen auch nichts mehr neu erfinden. Mittlerweile ist es dieses vertraute Finden, das ich lange für nicht möglich gehalten habe. Schon gar nicht in einer Konstellation wie bei uns. Wir küssen uns lange, ich schmecke noch nach ihm, aber das ist nur natürlich. Es ist eine Mischung aus Lust und Müdigkeit, die sich einstellt, wenn man einen langen Tag hinter sich hatte, aber nun eben diesen aussperren will.
Ich liege in seinen Armen, noch angezogen. Seine Hand streicht über meine Kleidung. Knöpft die Bluse auf – worin er so viel talentierter als ich ist – und findet auch ihren Weg in den BH. Er berührt mich mit der Sicherheit von jemandem, der mich kennt und deshalb nichts beweisen muss. Gerade das macht es so schön.
Einige Zeit liegen wir einfach so da, nahe beieinander. Dann gehen seine Hände wieder auf Erkundungstour, schieben den Rock meines Kleides hoch, streichen über meine Schenkel.
Ich habe ihm einmal gesagt, wie schön ich es finde, in den Armen eines Mannes zu liegen und einfach nur zum Orgasmus gestreichelt zu werden. Ganz langweilig. Kein spektakulärer Sex, kein toller Schwanz, keine talentierte Zunge. Einfach gehalten und geküsst zu werden, während ich sanft von seinen Händen befriedigt werde.
Natürlich hat er sich dies gemerkt – und kennt mich gut genug, dass heute einer der Abende ist, an denen ich genau dies vermisse. Auch wenn ich dies nie so direkt aussprechen könnte.
Seine Finger finden den richtigen Rhythmus, ohne Eile, ohne Unsicherheit. Und ich merke, wie mein Atem sich verändert, wie er schneller wird. Wie ich offener werde. Wie dieses Gefühl, dass jemand meinen Körper erobert, mich überkommt. Eines, das nichts mit Vereinnahmung oder Überrumpelung zu tun hat, sondern mit Vertrauen: Dass ich zulasse, so verletzlich zu sein und all das zu fühlen.
Ein Mann zu viel, einer genau richtig
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Ein Mann zu viel, einer genau richtig
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