In viel zu großen Schlucken. Ich musste nichts mehr sagen, wartete nur noch. Doch das Warten war mit Wein leichter.
Als mein Handy klingelte, fiel es mir schwer, mir meine Erleichterung nicht anmerken zu lassen. Ohne mich zu entschuldigen, nahm ich ab.
„Ja?“
Ich runzelte die Stirn, richtete mich auf und drehte den Kopf, als müsste ich die Information erst verarbeiten.
„Stromausfall? … Ja, ich verstehe. Was? Jetzt sofort? … Oh nein, ich komme.“
Er verstummte. Zum ersten Mal.
„Es tut mir leid“, sagte ich. Und diesmal war endlich ich es, die den Verlauf des Gesprächs bestimmte. „Mein Vermieter. Es gibt ein Problem mit dem Strom, ich muss direkt nach Hause.“
„Jetzt?“, fragte er.
„Jetzt. Brandgefahr.“
Keine Ahnung, warum ich das sagte. Und ob das möglich war. Aber es war mir egal.
Ich griff nach meiner Tasche, suchte kurz nach meinem Gleichgewicht zwischen Höflichkeit und Effizienz — und entschied mich dann für Effizienz.
Das Glas leerte ich in einem Zug. Es wäre zu schade gewesen, den Wein zu verschwenden.
„Könnten Sie mir das bitte einpacken?“, sagte ich zum Kellner, just in dem Moment, als er mit dem Hauptgang am Tisch erschien.
Ich wandte mich wieder meinem Gegenüber zu, der noch immer so aussah, als würde er gleich ansetzen, um etwas zu sagen. Aber ich hatte keine Lust mehr, noch ein Wort aus seinem Mund zu hören.
„Es war nett“, sagte ich. „Wirklich. Aber ich muss los.“
Es war nicht nett gewesen. Aber es war vorbei.
Ich ging, holte mir an der Küche noch meine Tüte mit dem Essen ab, nickte ihm ein letztes Mal zu und verließ das Restaurant, ohne die Chance für so etwas wie ein Abschiedsgespräch aufkommen zu lassen.
Draußen atmete ich erst einmal tief durch — und fühlte, wie ich mich entspannte. Dann ging ich einfach los. Ohne mich umzudrehen.
Ein Mann zu viel, einer genau richtig
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Ein Mann zu viel, einer genau richtig
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